Chronik

Maria Alm: Wildbach wird um 2,5 Meter abgesenkt

Die Chroniken berichten über zahlreiche Überflutungen in Maria Alm. Damit die von 2012 die letzte bleibt, werden 3,7 Millionen Euro investiert.

Um 17 Uhr entlud sich am 21. Juni 2012 ein schweres Gewitter über dem Steinernen Meer. Das abfließende Wasser sammelte sich im Krallerwinklbach, der mitten durch Maria Alm fließt. Holz verklauste die Almerwirtsbrücke. Der Bach brach aus und überschwemmte binnen Minuten das ganze Ortszentrum. Zahlreiche Häuser wurden beschädigt.

Ähnliche und schwerere Ereignisse sind seit Jahrhunderten oft passiert. 1520 riss es einen Teil des Friedhofs weg. 1897 wurden fünf Brücken zerstört, am 6. September 1920 alle. Am 22. August 1975 riss das Hochwasser vier Brücken mit und beschädigte 26 Häuser. Das Problem ist, dass die Oberkante des Baches höher liegt als Straßen und Häuser. Dementsprechend groß sind die Folgen, wenn er über die Ufer tritt. Gebhard Neumayr, Gebietsbauleiter der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV), sagt: "Das liegt daran, dass man früher nicht in der Lage war, Tonnen von Geschiebe abzutransportieren, und es einfach aus dem Bach schaufelte."

Vergangene Woche starteten die Arbeiten für den Hochwasserschutz. Die Bachsohle wird im Bereich des Ortszentrums um 2,5 Meter abgesenkt, damit mehr Wasser durchfließen kann. Die Kosten belaufen sich auf 3,7 Millionen Euro, wobei 25 Prozent die 490 in einer Wassergenossenschaft organisierten Begünstigten zahlen, den Rest Bund und Land. Die hohen Kosten sind darauf zurückzuführen, dass die Arbeiten enorm aufwendig sind. Zahlreiche Häuser stehen direkt am Bach und müssen mit Beton, der in den Untergrund gespritzt wird, gesichert werden. Die linke Ufermauer bleibt erhalten, die rechte wird neu aufgebaut. "Dabei sind wir wegen der engen Platzverhältnisse in den Gärten der Leute unterwegs", sagt Neumayr. Drei Carports und Garagen mussten abgetragen werden. Er und Bürgermeister Hermann Rohrmoser (SPÖ) danken den Anrainern für das große Verständnis. Rohrmoser: "Es sind auch zahlreiche Betriebe dabei, die vom Tourismus leben."

Der Bach wird während der Arbeiten in einen Kanal abgeleitet. Wenn ein Hochwasser kommt, muss die Stahlplatte, mit der er umgelenkt wird, gehoben werden, weil im Kanal nicht genug Platz ist. Dafür steht rund um die Uhr ein Lkw mit Kran samt Fahrer in Bereitschaft. Im Frühjahr 2021 soll alles fertig sein.

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