Chronik

"Meine Zebrastreifen-Kinder"

Seit zwei Jahrzehnten trotzt Kathrin Keser Wind und Wetter, um "ihre" Schüler sicher über die Straße zu geleiten.

Schülerlotsin Kathrin Keser sichert seit gut 22 Jahren den Schulweg für „ihre Zebrastreifen-Kinder“. SN/sw/riedler
Schülerlotsin Kathrin Keser sichert seit gut 22 Jahren den Schulweg für „ihre Zebrastreifen-Kinder“.

Seit über 20 Jahren steht Kathrin Keser drei Mal täglich als Schülerlotsin am Zebrastreifen in der Nähe der freiwilligen Feuerwehr. Die mittlerweile 59-Jährige bringt die Kleinsten der Volksschule Neue Heimat sicher über die Straße: "Die meisten Fahrer sind sehr diszipliniert unterwegs, aber es gibt leider auch Ausnahmen", so die "Schulwegpolizistin" und ergänzt: "Oh ja, es gab durchaus schon gefährliche Momente und gut, dass ich da vor Ort war. Oft ist es ja gerade in der Früh oder wenn die Sonne blendet etwas gefährlich."

Als vor fast 22 Jahren jemand für die Sicherheit der Kinder gesucht wurde, war es für die engagierte Mutter "selbstverständlich einzuspringen, da ich ganz in der Nähe wohne".

Morgens zwischen 7.30 und 8 Uhr, mittags zwischen 11.45 und 12 Uhr sowie zwischen 12.45 und 13 Uhr anwesend zu sein, das verlangt schon so einiges an Disziplin ab.

Ski fahren nur nach Stundenplan der Schule

Die Direktorin der Volksschule Neue Heimat, Andrea Kaserbacher: "Sie ist immer für unsere Kinder da, das ist unglaublich. Obwohl sie zum Beispiel gerne Ski fahren geht, weiß ihr ganzer Freundeskreis, dass sie ihre Zeit nach den Schulzeiten der Kinder einteilt."

So steht sie - für ein kleines Entgelt der Gemeinde - drei Mal täglich am Zebrastreifen. Manchmal schlichtet sie sogar Streit "und die Kinder lieben sie und wir schätzen ihr soziales Engagement", betont die Direktorin. Sie kenne halt fast alle Kinder gut, meint Keser: "Viele sind mittlerweile schon erwachsen." So hat sie zu manchen noch weiterhin Kontakt und "oft winken mir ehemalige Schüler beim Vorbeifahren zu". Sie selbst musste allerdings auch schon einmal eine gefährliche Situation erleben, als ein Auto ins Rutschen kam und sie leicht touchierte, "aber ich konnte noch rechtzeitig zur Seite springen."

Diese Arbeit will sie auf jeden Fall weiterhin noch einige Zeit ausüben, "nur letztes Jahr wurde ich operiert, da musste kurzfristig die Polizei einspringen", so die hilfsbereite Bischofshofenerin.

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