Chronik

Mindestsicherungsbezieher machen Kleinmöbel neu

Hier werden alte Lieblingsmöbel wachgeküsst: Bei der "Lebensarbeit" erneuern 14 Mindestsiche- rungsbezieher kostengünstig Kleinmöbel.

Immer neue Ideen im Kopf: Werkstattleiter Harald Schmidjell (l.) Hinten eine alte Anrichte, die Markus R. (r.) „upcyceln“ wird. Im Bild zersägt er ein historisches Wasserrohr aus dem Almkanal. Daraus werden Hocker und Kerzenständer.   SN/sw/tschalyj
Immer neue Ideen im Kopf: Werkstattleiter Harald Schmidjell (l.) Hinten eine alte Anrichte, die Markus R. (r.) „upcyceln“ wird. Im Bild zersägt er ein historisches Wasserrohr aus dem Almkanal. Daraus werden Hocker und Kerzenständer.  

Dieses Sozialprojekt hat Bodenhaftung. Was vor 13 Jahren mit EU-Fördergeld begonnen hat, ist heute eine landesfinanzierte Einrichtung, die von Klienten und Kunden sehr geschätzt wird. In die Werkstatt der "Lebensarbeit", einer Zweigstelle der Soziale Arbeit Salzburg GmbH, kommen regelmäßig Salzburger mit Kleinmöbeln. Sie bringen Stühle, die aus dem Leim gegangen sind, Anrichten aus Omas Küche, die im Haus der Kinder in modernem Glanz erstrahlen sollen, oder Kommoden, die geschliffen, bunt gestrichen und mit fetzigen Griffen bestückt werden sollen. "Hier geht das. Ein Tischler nimmt so was gar nicht", erklärt Eva Kaiser. Die Arbeitsanweiserin bespricht mit Werkstattleiter Harald Schmidjell und dem Werkstatt-Team, was die Kunden möchten. Wenige Tage später bekommen die kostengünstig zurück, was sie zerschlissen oder beschädigt hergebracht haben.

Vielen ist die Werkstatt gar nicht bekannt

Den Kleinmöbeln ist anzusehen, dass an ihnen mit Liebe zum Detail gearbeitet worden ist. "Das schätzt der mittlerweile kleine, feste Kundenkreis", zeigt sich Harald Schmidjell sichtlich ein bisschen stolz. Der Kundenkreis könnte durchaus noch wachsen, doch vielen Salzburgern ist die "Lebensarbeit" unbekannt. Wer seine Lieblingsstücke nicht wegwerfen möchte, weil sie in die Jahre gekommen sind, ist hier richtig. Ausrangierte, einst hübsche Kleinmöbel kann man auch abgeben, damit sie aufgepeppt und verkauft werden. Sie werden dann auf willhaben.at und im ersten Stock feilgeboten. Dort, wo auch gut erhaltene Kleidungsstücke und Haushaltstextilien aus den TAO-Altkleidercontainern günstig verkauft werden. Menschen mit verschiedenstem Einkommen kaufen hier ein.

Anders die Mitarbeiter der "Lebensarbeit". Sie sind Mindestsicherungsbezieher und oft weit vom normalen Arbeitsmarkt entfernt. Manche haben zehn Jahre lang nicht mehr gearbeitet. Hier führt man sie wieder an so etwas wie einen normalen Arbeitstag heran. "Ich bin glücklich, dass ich hier sein darf", sagt Markus R., der im Leben schwer gestrauchelt ist. Mit Begeisterung sägt er Stücke aus einem hölzernen Wasserrohr. Er will Hocker daraus machen und im Schauraum zum Kauf anbieten. Das Rohr haben Arbeiter im Salzburger Almkanal aus dem Schlamm geholt. "Es stammt von 1480", schmunzelt der Werkstattleiter, der es geschenkt bekommen hat. In 20-jähriger Tätigkeit konnte er schon einige Klienten wieder zurück in den Arbeitsmarkt bringen.
Kontakt: Lebensarbeit,
Teisenberggasse 25,
Tel: 0662/42 38 48

Aufgerufen am 18.10.2018 um 01:11 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/mindestsicherungsbezieher-machen-kleinmoebel-neu-39055144

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