Chronik

Mineralwasser gibt es nicht mehr für alle Patienten

668.000 Liter pro Jahr sind den Landeskliniken zu viel. Seit April gibt es auf vielen Stationen nur noch Leitungswasser. Außer für Zusatzversicherte.

Es war ein Rundmail, das Ende März an die Stationen im Landeskrankenhaus geschickt wurde. Der Inhalt: "Die SALK wird mit dem Ziel, den massiven Verbrauch von Mineralwasser deutlich zu reduzieren, die PET-Flaschen weitestgehend abschaffen und durch neue Trinkwasserbehälter ersetzen. In diesen Behältnissen soll den Patienten Leitungswasser gereicht werden. Achtung Sonderklasse: Sollte der Patient dann ausdrücklich nach Mineralwasser in der Flasche verlangen, wird dem natürlich entsprochen."

Künftig gibt es in der allgemeinen Klasse daher nur noch Leitungswasser anstatt abgefüllten Mineralwassers. Auch dem OP-Personal wurde bereits das Mineralwasser gestrichen. Der Hintergrund ist, dass der Verbrauch in den vergangenen Jahren massiv gestiegen ist. Im Vorjahr haben die Landeskliniken 668.160 Liter - hauptsächlich stilles - Mineralwasser verbraucht. Das sind 44.544 Kisten mit je zwölf 1,25-

Liter-Flaschen.

Mick Weinberger, Sprecherin der Salzburger Landeskliniken (SALK), sagt: "Der Verbrauch ist seit 2014 um 30 Prozent gestiegen. Wir haben uns jetzt entschieden, dass wir das eingrenzen und nicht mehr durchgängig in der allgemeinen Klasse Mineralwasser anbieten." Anstelle der Mineralwasserflaschen gebe es jetzt Trinkwasserkrüge. Beim Leitungswasser handle es sich um "Felsquellwasser vom Untersberg, das regelmäßigen Kontrollen unterzogen wird und bereits 2015 nochmal prämiert wurde", wie es in dem eingangs erwähnten Rundmail heißt.

Aber nicht in allen Stationen kann auf Mineralwasser verzichtet werden. Denn dafür brauche es auch eine Spülmaschine, die 65 Grad erreiche, um die neuen Trinkwasserkrüge auch zu waschen, sagt Mick Weinberger. Das müsse aus hygienetechnischen Gründen geschehen. Kleine Stationen haben aber keine Spülmaschine, die so heiß wäscht. Und auch auf der Onkologie sei Leitungswasser aus medizinischen Gründen nicht möglich.

Was die Patienten mit Zusatzversicherung anbelangt, gibt es aber weiterhin auf Wunsch Mineralwasser. "Das gehört zur Hotelkomponente", sagt die Kliniken-Sprecherin. Die Pflege begrüße die Umstellung auf Leitungswasser sehr, betont Weinberger. "Wir werden das auch nicht mit harter Linie verfolgen oder restriktiv handhaben. Wir versuchen nur gerade, logistisch eine Linie hineinzubringen."

Der Mineralwasser-Verbrauch ist nämlich auch für die Logistikmitarbeiter eine schwere Last. Täglich wurden rund 4000 Kilogramm dadurch bewegt. Mit ein Grund, warum die SALK im Jahr 2014 von Glasflaschen auf PET-Plastikflaschen umgestellt haben. Die Glasflaschen waren noch schwerer: rund 6800 Kilogramm tägliche Transportlast. Die Umstellung brachte der Krankenhausführung damals prompt Kritik von den umweltbewussten Grünen ein. Die Wirtschaftskammer kritisierte die SALK, weil der Auftrag 2014 um 200.000 Euro an Vöslauer vergeben worden ist. Zuvor lieferte die Gasteiner Mineralwasser GmbH.

Die Salzburger Landeskliniken sind nicht die Ersten, die auf Leitungswasser umstellen. Das Allgemeine Krankenhaus (AKH) in Wien hat diesen Schritt bereits 2011 gemacht.

Aufgerufen am 20.09.2018 um 12:49 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/mineralwasser-gibt-es-nicht-mehr-fuer-alle-patienten-1046455

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