Chronik

Mit dem Dirndl auf die Alm

Vergangenen Sonntag war Dirndlgwandsonntag im ganzen Land - so auch auf der Theodor-Körner- Hütte, die seit heuer von einem jungen Paar gepachtet ist. Dort trifft Bayern auf Österreich.

Die jungen Wirtsleut’ Florian (32), Jakob (1) und Silvia (24).  SN/sw/fagerer
Die jungen Wirtsleut’ Florian (32), Jakob (1) und Silvia (24). 

Volksmusikalische Klänge, die Bischofsmütze im Hintergrund, Dirndlkleider und Lederhosen, Almwiesen und dazu perfektes Wetter ließen jeden Bergliebhaber gerne auf der Theodor-Körner-Hütte verweilen. Während die Wanderer meistens bald weiterziehen, haben sich Florian und Silvia Kerfers entschieden, den gesamten Sommer über zu bleiben. Sie sind seit 1. Jänner die Pächter und seit 1. Juni die Hüttenwirte der Alpenvereinshütte im Dachsteingebiet. Bis Mitte Oktober halten die beiden mit ihrem einjährigen Sohn Jakob durchgehend, also sieben Tage die Woche, den Betrieb aufrecht und bieten ganztags warme und kalte Gerichte. Dazu kommen 37 Schlafmöglichkeiten, die die Hütte bietet und viel Arbeit und Zeit in Anspruch nehmen. Daher werden Flo und Silvia von einer Kellnerin, einem Kindermädchen und einer Helferin in der Küche unterstützt. Während Florian in der Küche regiert, kümmert sich Silvia um Reservierungen und den Service. Freizeit? Fehlanzeige! Trotzdem ist das Resümee über den ersten Hüttensommer auf der Alm folgendes: "Uns taugt es voll. Unser Ziel ist es daher, noch mindestens vier weitere Sommer hier heroben zu sein."

Nach fünf Wintern Saisonarbeit ab in die Selbstständigkeit

Wie kommt man im zarten Alter von 24 bzw. 32 Jahren dazu, eine Hütte zu pachten? "Einerseits hat uns die Herausforderung gereizt, andererseits die Selbstständigkeit. Denn hier sind wir unsere eigenen Chefs." Florian weiß, wovon er spricht, seit 2009 ist er in der Gastronomie tätig. "Ich bin gebürtiger Münchner, habe dann in der Flachau meine Koch- und Kellner-Lehre absolviert, wo ich ein Jahr später Silvia kennengelernt habe. Wir waren dann in fünf Wintern hintereinander am Arlberg auf Saison." Aber die Gastronomie ist ein hartes Pflaster und so liebäugelten die beiden damit, eine Hütte zu pachten. Schnell hatten sie die Körner-Hütte ins Auge gefasst, 2017 passte es dann und nun ist die Hütte der "Sommerwohnsitz" des frisch verheirateten Paars.

"Ich vermisse eine gemütliche Couch"

Nur ein Mal pro Woche fährt Florian ins Tal, um einkaufen zu gehen. Wie es einem geht, wenn man nur auf einer Hütte lebt, zwar mit Internetverbindung, aber ohne Fernsehgerät? "Es wird nie langweilig. Wir haben bereits viel gelernt wie Menschenkenntnis, aber auch zu den Themen Kläranlage, Trinkwasseraufbereitung und Photovoltaik."

Was vermisst man bei einem täglichen Arbeitsbeginn um 5 Uhr morgens in der Abgeschiedenheit auf 1454 Meter Seehöhe? "Eine Couch, auf der man einmal gemütlich liegen kann", schmunzelt Silvia.

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