Mobilität

Teurer Sprit bremst Verkehrslawine in Salzburg

Auf Salzburgs meistbefahrenen Straßen ist das Verkehrsaufkommen im heurigen Jahr gesunken - auch im Vergleich zu Zeiten vor Corona. Mit ein Grund dafür sind die hohen Treibstoffpreise.

Der Umwelttunnel in Salzburg-Liefering. SN/robert ratzer
Der Umwelttunnel in Salzburg-Liefering.

Die Westautobahn ist Salzburgs am stärksten befahrene Autobahn mit durchschnittlich 75.800 Pkw pro Tag bei Liefering. Das zeigt eine Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) auf Basis der Daten der Asfinag.

Das waren zwar um 15.200 Pkw pro Tag mehr als in den ersten vier Monaten des Vorjahres, als es Lockdowns gab, aber um 9900 Pkw pro Tag weniger als vor der Coronapandemie im Jänner bis April 2019.

Kein Einzelfall: Von den österreichweit 236 analysierten Zählstellen weist jede dritte gegenüber dem Vergleichszeitraum im Jahr 2019 einen Rückgang von mehr als zehn Prozent auf, weitere vier von zehn Zählstellen einen Rückgang von fünf bis zehn Prozent.

Auf der Westautobahn bei Hallwang waren heuer um rund 10 Prozent weniger Pkw unterwegs als in den ersten vier Monaten des Jahres 2019, auf der Westautobahn bei Hallein und Niedernfritz um über vier Prozent weniger, informiert der VCÖ.

"Die gestiegenen Spritpreise wirken natürlich verkehrsreduzierend. Es werden Fahrgemeinschaften gebildet, es steigen mehr auf öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad um", stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

Öffi-Pendler kommen billiger davon

Wer beispielsweise auf der Strecke Hallein-Salzburg pendelt, ist durch den Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Verkehr mit dem Klimaticket im Schnitt um rund 700 Euro pro Jahr günstiger unterwegs, als allein die Spritkosten betragen. Auf der Strecke St. Johann im Pongau-Salzburg beträgt die Ersparnis mit dem Klimaticket im Vergleich zu den Spritkosten sogar rund 3200 Euro, informiert der VCÖ.

Schwendinger: "Angesichts der aktuellen Energiekrise und der sich verschärfenden Klimakrise sind Maßnahmen zur Reduktion der Verkehrsbelastung sehr wichtig. Mit Angebotsverbesserungen bekommen jene, die umsteigen wollen, die Möglichkeit dazu. Und für alle, die schon heute können, tragen verstärkte Anreize und Unterstützung durch gezielte Information dazu bei, diese Möglichkeiten auch zu nutzen."

Vier von zehn Autofahrten sind kürzer als fünf Kilometer, sechs von zehn kürzer als zehn Kilometer. Mit dem Ausbau der Rad-Infrastruktur wird mehr Menschen der Umstieg vom Auto auf das Fahrrad ermöglicht, was Kosten und CO2 reduziert und ermöglicht, auf eine regelmäßige Portion gesunde Bewegung zu kommen.

Firmen bauen Pkw-Parkplätze ab

Für den Pendelverkehr zur Arbeit spielen die Betriebe und Unternehmen eine zentrale Rolle. In den vergangenen Jahren ist es etlichen Unternehmen in Österreich durch betriebliches Mobilitätsmanagement gelungen, dass mehr Beschäftigte statt mit dem Auto mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Fahrrad zur Arbeit kommen.

Neben Anreizen wie Öffi-Jobtickets und Jobrädern sowie Bewusstseinskampagnen ist auch die Reduktion der Pkw-Abstellplätze am Firmengelände wichtig. Erfolgreiche Beispiele sind etwa Berger Logistik in Wörgl, Haberkorn in Wolfurt oder in Kärnten Mahle in St. Michael ob Bleiburg.

Autoverkehr in Salzburg

Ort Jänner - April 2022 Veränderung zu 2019
Westautobahn Liefering 75.800 Pkw/Tag minus 11,6 Prozent
Westautobahn Bergheim 68.500 Pkw/Tag minus 9,6 Prozent
Westautobahn Wals 62.000 Pkw/Tag minus 6,7 Prozent
Tauernautobahn Anif 54.400 Pkw/Tag minus 10,2 Prozent
Westautobahn Hallwang 54.100 Pkw/Tag minus 11,2 Prozent
Tauernautobahn Hallein 44.500 Pkw/Tag minus 4,6 Prozent
Tauernautobahn Niedernfritz 25.400 Pkw/Tag minus 4,5 Prozent

Aufgerufen am 29.06.2022 um 11:04 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/mobilitaet-teurer-sprit-bremst-verkehrslawine-in-salzburg-121742836

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