Chronik

Monat der Vielfalt: Weil wir ständig voneinander lernen können

In der Stadt Salzburg leben Menschen aus 150 verschiedenen Nationen. Wie man diese alle buchstäblich an einen Tisch bringen kann, hat Mónica Ladinig mit ihren interkulturellen Frühstücken zehn Jahre lang bewiesen.

„Vielfalt gewinnt“, ist das Motto von Mónica Ladinig. Sie selbst lebt das beim Interkulturellen Familienfrühstück oder bei Kochkursen, wo gleichzeitig Spanisch geübt wird.  SN/sw/Ricky Knoll
„Vielfalt gewinnt“, ist das Motto von Mónica Ladinig. Sie selbst lebt das beim Interkulturellen Familienfrühstück oder bei Kochkursen, wo gleichzeitig Spanisch geübt wird. 


Als gebürtige Peruanerin weiß Mónica Ladinig, wie es ist, in einem fremden Land zu leben. Vor mehr als 20 Jahren hatte sie nach dem Abschluss ihres Studiums in Kommunikationswissenschaft, Tourismus und Psychologie an der Universität Lima ein Stipendium gewonnen. So standen ihr Universitäten in Spanien, Italien oder Österreich zur Auswahl. "Mein Betreuer damals meinte, es wäre für mich besonders gut, in ein deutschsprachiges Land zu gehen, deshalb habe ich mich für Österreich und Salzburg entschieden. Ich hatte allerdings keine Ahnung, wo ich da landen werde", gesteht sie.

Masterlehrgang Interkulturelle Kompetenz

Mittlerweile ist Salzburg ihre Heimat geworden. Seit zehn Jahren ist sie mit einem Salzburger verheiratet, hat zwei Töchter. An der Uni Salzburg absolvierte sie den Masterlehrgang Interkulturelle Kompetenz. Im Deutschkurs traf sie auf zahlreiche internationale Studenten, woraus sich ein sehr dichtes Netzwerk entwickelte. "Wir haben so viel voneinander gelernt, Beziehungen zu den fremden Kulturen aufgebaut, dass ich mir die Frage stellte: Was passiert, wenn wir mit unseren Kursen fertig sind. Wenn diese Leute alle weg sind, ist dann auch all das Wissen, das wir aufbauten, weg? Das wollte ich verhindern."

Zusammen mit einer Handvoll Frauen organisierte sie eine Veranstaltung zum internationalen Frauentag. "Jede sollte erzählen, wie dieser Tag in ihrem Land gefeiert wird, und so konnten wir wieder voneinander lernen."

Im Jahr darauf hatte sich die Teilnehmeranzahl bereits verdoppelt, viele helfende Hände steuerten Essen aus ihren Heimatländern bei und so entstand die Idee zum "Interkulturellen Familienfrühstück". Jedes Mal spielte ein anderes Land "Gastgeber", anfangs ein Mal im Monat, später wurden die Zeitabstände größer. "Mit den lukullischen Köstlichkeiten der Gastgeber, Musik und Tänzen konnte sich jeder, der wollte, ein Bild vom vorgestellten Land machen", schildert die 45-Jährige, die in Grödig wohnt.

Kulinarische und erzählerische Reise um die Welt

Zehn Jahre lang hat sie mit dem Verein "Somos Salzburg" ("Wir sind Salzburg) die Familienfrühstücke organisiert, insgesamt präsentierten sich in dieser Zeit 70 verschiedene Länder. Derzeit ist der Verein auf der Suche nach einer ständigen Bleibe, die leistbar ist und bestimmte organisatorische Voraussetzungen erfüllt.

Zuletzt, beim "Monat der Vielfalt" in der Stadt Salzburg, hatte sie am Sonntag im Markussaal "Die Welt zu Gast in Salzburg". Beim Vielfalt-Frühstück nahm eine Reihe von Menschen als "Lebendige Bibliothek" die Gelegenheit wahr, über sich und ihre Lebenswelt zu erzählen, und führte die Gäste auf eine kulinarische und erzählerische Reise.

Das Programm zum Monat der Vielfalt gibt es hier: https://www.stadt-salzburg.at/pdf/programm__monat_der_vielfalt_2018__.pdf

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