Chronik

Mord in Zell am See: Verdächtiger bastelte zuhause an Schusswaffen herum

Der 17-jährige Pinzgauer, der seit dem Stefanitag wegen des Verdachts der Ermordung einer 20-jährigen Frau aus Zell am See in U-Haft sitzt, hat sich selbst zum schweren Tatvorwurf noch nicht geäußert.

Das Mehrparteienhaus in Zell am See, in dem die 20-Jährige erschossen wurde.  SN/mike vogl - vogl-pers
Das Mehrparteienhaus in Zell am See, in dem die 20-Jährige erschossen wurde.

Seinem Verteidiger Michael Ringl zufolge wird der junge Einheimische erst am 9. Jänner anlässlich einer Haftprüfung "Angaben zum Tatvorwurf machen".

Der Salzburger Polizeisprecher Hans Wolfgruber bestätigte indes am Sonntag den SN, dass ein Freund des Mordverdächtigen bei einer polizeilichen Vernehmung ausgesagt habe, dass "der 17-Jährige Beschuldigte sich seit längerem mit Schusswaffen befasst hat".

Wolfgruber zufolge gab der Zeuge auch an, dass der Mordverdächtige bei sich zuhause "Schreckschusswaffen umgebaut hat". Dafür habe er sich einer Anleitung aus dem Internet bedient. Zur Erklärung: Bei dem 17-Jährigen Pinzgauer waren insgesamt zwei "scharf" gemachte Schreckschusspistolen sichergestellt worden. Laut einer ersten waffentechnischen Untersuchung von Spezialisten des Bundeskriminalamts in Wien wurde die 20-Jährige Zellerin "höchstwahrscheinlich" mit einer der beiden umgebauten Pistolen, Kaliber 9 mm, erschossen.

Dass der bislang unbescholtene 17-jährige Einheimische seinem 18-jährigen Freund gegenüber gestanden haben soll, dass er die 20-Jährige getötet habe, kann der Polizeisprecher hingegen "so nicht bestätigen". Es sei "unklar, ob der Freund eine bestimmte Äußerung des Tatverdächtigen möglicherweise irrtümlich als Mordgeständnis interpretiert hat", so Wolfgruber. Laut den Angaben des Freundes nei der Polizei habe jedenfalls der 17-Jährige kurz vor Weihnachten bei einem gemeinsamen Videoabend plötzlich und unvermutet zu ihm gesagt: "Ich war's".

Tatsache ist: Die am 20. Oktober mit drei Pistolenschüssen aus kurzer Distanz getötete Zellerin und der 17-jährige Tatverdächtige kannten einander seit längerem. Und Faktum ist auch, dass beide mit Drogen zu tun hatten. Ermittlungen zufolge war die 20-Jährige von Juni 2017 bis Mai 2018 als Marihuana-Dealerin aktiv. Und einer ihrer vielen Abnehmer war der 17-jährige Tatverdächtige. Er soll bei ihr insgesamt 50 Gramm gekauft haben.

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