Chronik

Mordfall Krenn: Haftstrafen für Tätertrio sind jetzt rechtskräftig

Im Salzburger Mordfall Roland Krenn hat ein Berufungssenat des Oberlandesgerichts Linz am Montag in Salzburg die Strafberufungen der drei Angeklagten wie auch jene des Staatsanwalts abgewiesen. Damit sind die im zweiten Rechtsgang verhängten Strafhöhen gegen die Angeklagten sowie auch die die Einweisung des erstangeklagten Musikers in eine Anstalt für zurechnungsfähige, aber geistig höhergradig abnorme Rechtsbrecher rechtskräftig.

Der erstangeklagte Musiker (li.) und der zweitangeklagte Gastwirt (rechts) am Montag im Berufungsprozess in Salzburg.  SN/andreas widmayer
Der erstangeklagte Musiker (li.) und der zweitangeklagte Gastwirt (rechts) am Montag im Berufungsprozess in Salzburg.

Ein Geschworenengericht am Landesgericht Salzburg hatte im zweiten Rechtsgang im August 2019 die Strafe für den 26-jährigen Musiker von 15 (im ersten Prozess) auf 18 Jahre Haft erhöht und seine Einweisung in die Anstalt bestätigt. Auch gegen seine 22-jährige Ex-Freundin wurde die Strafe damals von sieben auf acht Jahre Haft angehoben und über den 31-jährigen Wirt erneut eine Haftstrafe von 16 Jahren ausgesprochen. Die drei Richterinnen des Berufungssenates haben nun am Montag all diese Entscheidungen bestätigt.

Der Oberste Gerichtshof (OGH) hatte bereits nach dem ersten Prozess, der am 20. Juni 2018 am Landesgericht Salzburg stattgefunden hatte, den Schuldspruch gegen alle drei Beschuldigten wegen Mordes und Raubes bestätigt, womit das Urteil in diesem Bereich rechtskräftig wurde. In Teilbereichen hob er allerdings das Ersturteil auf, unter anderem in Bezug auf die Strafhöhe und die Einweisung des Musikers in eine Anstalt, weshalb sich im August 2019 erneut ein Geschworenengericht damit befassen musste.

Laut Anklage sollen der Musiker und seine damalige Freundin den 63-jährigen wohlhabenden Akademiker Roland Krenn nach der Verabreichung von Pralinen, in die sie Schlafmittel gemischt haben sollen, in dessen Villa in der Stadt Salzburg am 19. Juli 2016 getötet haben. Sie hätten ihr Opfer gefesselt und geknebelt und dann im Keller seines Hauses alleine zurückgelassen. Die Toderursache konnte später nicht mehr genau festgestellt werden. Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass die Kombination aus Alkohol, Schlafmitteln, Knebeln und einem Stoffsack über dem Kopf tödlich war und Krenn erstickt ist.

Der mit dem Musiker befreundete Wirt soll das Paar zur Tat angestiftet haben. Das vermutete Motiv: Die Beschuldigten hätten es auf den Nachlass des wohlhabenden Salzburgers abgesehen gehabt.

Die Leiche von Roland Krenn wurde erst rund ein Jahr nach der Tat nach einem Hinweis des Musikers in einem aufgelassenen Schweinestall auf dem Grundstück des Gastronomen im oberösterreichischen Innviertel gefunden. Die Leiche sollen die zwei Männer in einem alten Futtertrog versteckt haben. Im Prozess hatte der Musiker den Raub gestanden aber beteuert, er habe das Opfer nicht töten wollen. Seine Ex-Freundin und der Wirt wiesen alle Vorwürfe zurück.

In der nunmehrigen Strafberufsverhandlung am Montag forderte die Staatsanwaltschaft für die Ex-Freundin eine höhere Strafe. Der Unrechtsgehalt sei nicht ausreichend berücksichtigt worden und die Tatbegehung sei heimtückisch gewesen, so der Staatsanwalt. Zudem bestehe ein Ungleichgewicht zu den Sanktionen gegenüber den anderen Angeklagten, denn bei der Frau sei nur knapp die Hälfte des zur Verfügung stehenden Strafrahmens ausgeschöpft worden, argumentierte der Staatsanwalt.

Bei den männlichen Angeklagten bestand am Montag nur mehr die Möglichkeit einer Strafreduzierung, weil die Staatsanwaltschaft keine höheren Strafen gefordert hatte. Doch die Verteidiger blitzten mit ihren Argumenten ab. Der Anwalt des Musikers, Rechtsanwalt Franz Essl, führte die bisherige Unbescholtenheit seines Mandanten sowie eine "eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit" aufgrund der schweren Alkoholisierung zur Tatzeit ins Treffen, wobei der Mann auch unter Drogeneinfluss beeinträchtigt gewesen wäre. Zudem hätten die Angaben des Musiker vor der Polizei zur Aufklärung der Tat geführt.

Erneut bezeichnete Essl das neuro-psychiatrische Gerichtsgutachten als "Fehlgutachten". Der Berufungssenat hegte aber keine Zweifel an der Gefährlichkeitsprognose der Sachverständigen, wie die vorsitzende Richterin Astrid Henhofer erklärte. Und was das Argument der eingeschränkten Zurechnungsfähigkeit betrifft, so sei die Tat bereits vorher geplant gewesen, gab die Vorsitzende zu bedenken. Der Musiker hatte sich zu Verhandlungsbeginn für seine Tat entschuldigt. "Es tut mir sehr leid, was passiert ist", sagt er. Er habe aber einen wesentlichen Beitrag zur Aufklärung geleistet.

Der Verteidiger der Ex-Freundin, Rechtsanwalt Kurt Jelinek und der Verteidiger des Gastronomen, Rechtsanwalt Jörg Dostal, gaben als Milderungsgründe auch das Wohlverhalten ihrer Mandanten in der Justizanstalt an. Die Vorsitzende des Berufungssenats wies allerdings daraufhin, dass es sich hierbei um ein Nachtatverhalten handle und dies gegebenenfalls nur bezüglich einer bedingten Entlassung eine Rolle spielen könne.

Was die Strafberufung der Ex-Freundin betrifft, so sei die Heimtücke der Tat ein Erschwernisgrund, urteilte der Berufungssenat. Jelinek hatte als Strafmilderungsgrund auch eine "unverhältnismäßig lange Verfahrensdauer" vorgebracht, dies konnten die Richterinnen aber nicht feststellen. Es habe keinen Verfahrensstillstand gegeben, hieß es. Bei der Ex-Freundin sah das Gericht aber keinen Grund, die Freiheitsstrafe zu erhöhen. Die junge Frau brach daraufhin in Tränen aus.

Verteidiger Jörg Dostal hat bezüglich des verurteilten Gastronomen einen Wiederaufnahmeantrag des Verfahrens beim Landesgericht Salzburg eingebracht. Über den Antrag ist noch nicht entschieden worden.

Quelle: APA

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Schneidermeisterin liebt die Abwechslung

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