Chronik

Mordprozess in Salzburg: Lebenslange Haft für 34-Jährigen

Schwer vorbestrafter Salzburger hatte laut Urteil einen 64-jährigen Bekannten brutal getötet. Der Schuldspruch ist noch nicht rechtskräftig.

Symbolbild.  SN/alswart - Fotolia
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Ins Finale ging am Freitag der Geschworenenprozess gegen den 34-jährigen Rene L., der im Juni 2017 einen 64-jährigen Sozialhilfeempfänger in dessen Wohnung in einem Wohnblock in Salzburg-Taxham auf brutale Weise getötet haben soll. Laut Staatsanwalt Marcus Neher hatte das Opfer aus dem Alkoholikermilieu durch wuchtige Tritte Rippen- und Wirbelbrüche im Oberkörperbereich erlitten und war zudem so heftig gewürgt worden, dass es zum Bruch des Zungenbeinhorns kam.

Neher zufolge hat der wegen Gewaltdelikten massiv vorbelastete Rene L. seinen 64-jährigen Zechkumpanen etwa eine Woche vor dem 15. Juni im Streit ermordet. Der 13 Mal vorbestrafte 34-Jährige habe zuvor mehr als zweieinhalb Monate bei dem späteren, ihm seit langem bekannten Opfer gewohnt, nachdem er - seit 2014 in Strafhaft - am 21. März 2017 von einem Haftausgang nicht mehr in Gefängnis zurückgekehrt war.

Der nicht geständige Rene L. ("Ich habe ihn sicher nicht getötet") wurde in dem Indizienprozess etwa durch Zeugenaussagen belastet. Während der 34-Jährige zum Prozessauftakt behauptete, er sei "rund drei Wochen" vor Entdeckung der Leiche des 64-Jährigen nicht mehr in dessen Wohnung gewesen und er habe dort auch nie einen heftigen Streit mit dem späteren Opfer gehabt, betonten mehrere Wohnungsnachbarn Gegenteiliges: Der nunmehr Angeklagte habe in den letzten Wochen vor dem Auffinden der bereits teilweise verwesten Leiche den 64-Jährigen "immer wieder" besucht, sagte eine Zeugin. Und eine andere Nachbarin betonte, dass es zwischen dem Wohnungsinhaber und dem Angeklagten "oft laute Streitereien" gegeben habe.

Belastet wurde Rene L. laut Staatsanwalt auch dadurch, dass in der Wohnung des Opfers "fast nur DNA-Spuren vom Opfer und eben vom Angeklagten gesichert worden waren. Die wenigen anderen Mischspuren lassen sich mit der Leichenbergung durch Feuerwehr und Rettung erklären". - Nach dreistündiger Beratung erkannten die Geschworenen am späten Freitagnachmittag Rene L. des Mordes schuldig. Das noch nicht rechtskräftige Urteil: Lebenslange Haft. Als besonders erschwerend wurden seine massiven Vorstrafen gewertet.

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