Chronik

Mordprozess Lisa Alm - Sohn des Getöteten: "Vater war der lebenslustigste Mensch"

Am Tag zwei im Prozess gegen Petronela T., die ihren Gatten, einen Promi-Skihüttenwirt, getötet haben soll, kam neben etlichen anderen Zeugen auch der Sohn des Opfers zu Wort.

Die Gattin des getöteten Gastronomen muss sich wegen des Vorwurfes des Mordes verantworten. SN/robert ratzer
Die Gattin des getöteten Gastronomen muss sich wegen des Vorwurfes des Mordes verantworten.

Auch am Dienstag, dem zweiten Verhandlungstag im Mordprozess gegen die 30-jährige Angeklagte, sitzen viele interessierte Beobachter im Schwurgerichtssaal. Bekanntlich wird Petronela T. angelastet, am 3. März gegen 0.10 Uhr ihren Ehemann Erich T. (57), einen bekannten Wirt aus Flachau, bei einem heftigen Streit durch einen Stich mit einem Küchenmesser in den linken Brustbereich getötet zu haben. Zum todbringenden Stich kam es in seinem Hotel Lisa, das Erich T. schon vor Jahren aus der Taufe hob - ebenso wie die auch von Promis gern frequentierte Après-Ski-Hütte Lisa-Alm.

Die Angeklagte mit rumänischem Pass, die Erich T. 2017 geheiratet hatte, bestritt zum Prozessauftakt am Montag jegliche Tötungs- oder Verletzungsabsicht. Der Messerstich, so ihr Verteidiger Kurt Jelinek, sei ein "fürchterlicher Unfall" gewesen.

Der Geschworenensenat (Vorsitz: Richter Helmuth-Marco Torpier) hörte nun am Dienstag etliche Zeugen - so auch den Sohn des bekannten Gastronomen: "Mein Vater war sicher der lebenslustigste Mensch, den ich jemals kennengelernt habe. Er hat das Leben genossen und sich mit der modernen Lisa-Alm einen Traum verwirklicht", betonte der 32-Jährige. Die Angeklagte, so der Sohn des Opfers, "war seit 2010 an der Seite meines Vater. Petronela hat mit ihm auf der 2010 eröffneten Lisa-Alm gearbeitet, während ich mich um das Hotel Lisa gekümmert habe." Zur Beziehung bzw. zum Verhältnis zwischen seinem Vater und Petronela sagte der 32-Jährige, "dass der Vater die Petronela wirklich sehr gerngehabt hat". Er, so ergänzt der Sohn, habe nichts davon bemerkt, "dass die zwei auffallend gestritten hätten oder dass es zu Tätlichkeiten gekommen wäre". Das Ehepaar sei "normal eifersüchtig aufeinander" gewesen, "so wie es eben ist, wenn man jemanden gernhat".

In der Nacht, als der Vater gestorben sei, sei er, von einer Veranstaltung kommend, sofort in die Hotelküche geeilt: "Dort waren schon zwei Polizisten und haben Vater reanimiert." Mit Petronela habe er nicht gesprochen, "sie war aber sehr aufgewühlt und hat geweint".

"Papa fehlt mir sehr"

Gefragt von seinem Rechtsbeistand, Opferanwalt Stefan Rieder, wie es ihm heute gehe, antwortet der Sohn des Opfers: "Mir gehts nicht gut. Die Situation ist ziemlich belastend und brutal. Papa fehlt mir sehr - und jetzt geht die Saison wieder los."

Die angeklagte Witwe beteuerte bekanntlich am ersten Prozesstag, sie hätte ihrem Gatten "nie etwas Böses antun wollen". Den Stich nahe der linken Achselhöhle, der zum Tod des Gatten führte, "habe ich zuerst gar nicht realisiert", so die 30-Jährige. Ihre Erklärung: Sie sei damals schon erheblich betrunken in die Hotelküche gegangen, um sich mit einem dortigen Messer "eine Jause aufzuschneiden". Ihr ebenfalls betrunkener Gatte sei hereingekommen, er sei eifersüchtig gewesen, man habe heftig gestritten. Plötzlich habe der 57-Jährige ihre Hand mit dem Messer gepackt und zu sich gerissen.

Auch mehrere Angestellte des Hotel Lisa, die in der inkriminierten Nacht Dienst hatten, werden am Dienstag in den Zeugenstand gerufen. Der Kellner der Hotelbar, ein 43-jähriger Ungar, berichtete, dass er damals spätabends im Hotel von einem Streit zwischen Erich und Petronela T. nichts mitbekommen habe: "Ich weiß nur, dass Petronela später in die Küche ging. Und dann hat sie gerufen: ,Wir brauchen eine Rettung!'" Er, so der ungarische Kellner, sei dann in die Küche gelaufen: "Dort lag Erich am Boden. Ich habe nur eine kleine Wunde gesehen. Extrem geblutet hat er nicht. Erst als ich ihn vom Hemd befreit habe, war da mehr Blut." Er habe auch noch mit dem Opfer geredet, so der Ungar: "Ich fragte Erich, was passiert ist und ob er Schmerzen hat. Er sagte nur: ,Es tut weh. Aber es wird schon alles wieder gut.'"

Das Verhältnis des 57-jährigen Wirts zu seiner 30-jährigen Frau bezeichneten der Ungar als auch ein weiterer Zeuge, ein kroatischer Schankgehilfe, als prinzipiell gut: "Zeitweise gab es Streitereien. Aber das war eher normal - wie es bei allen Paaren vorkommt." - Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt. Ob auch am Mittwoch, wie geplant, ein Urteil fällt, war unklar.

Quelle: SN

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