Chronik

Muhr im Lungau: 25 Bauern- und Wohnhäuser sind wieder erreichbar

Die Gemeindestraße im Ortsteil Hintermuhr-Jedl der Lungauer Gemeinde Muhr wurde heute Vormittag wieder für den Verkehr freigegeben. Rund 25 Häuser sind damit wieder erreichbar. Die Volksschule und der Kindergarten in Muhr haben geöffnet.

"Seit Langem werden wir wieder mehrere Tage hintereinander mit viel Sonnenschein und herrlichem Skiwetter bekommen", sagte am Sonntag der Salzburger Meteorologe Bernhard Niedermoser.

Schon ab Montag sollten inneralpin die Niederschläge aufhören und bis zum Nachmittag in allen Landesteilen die Sonne vom blauen Himmel scheinen. Ausschlaggebend dafür ist laut Niedermoser eine sehr windschwache Hochdruckwetterlage über den Alpen. "Auch die Lawinengefahr wird sich weiter entspannen", schilderte der Meteorologe und Leiter der Salzburger Lawinenzentrale. Er rechne ab Dienstag mit einer Warnstufe 2 auf der fünfteiligen Skala, also mit einer mäßigen Lawinengefahr, bei Touren in steilen Nord- bzw. Südhängen sei dennoch große Vorsicht geboten.

Die jüngsten Schneefälle sowie der Schneeregen am Wochenende bei Temperaturen um und über dem Gefrierpunkt lösten am Sonntag noch zahlreiche Feuerwehreinsätze aus. "Im Flachgau waren wir in Bürmoos, Mattsee sowie Nußdorf und anderen Orten unterwegs, um Bäume zu beseitigen, die unter der schweren Schneelast umzustürzen drohten", hieß es aus der Landesfeuerwehrzentrale in der Karolingerstraße.

Lawinen verschütteten Straße

Prekärer war die Situation in der Lungauer Gemeinde Muhr: Dort waren seit Sonntag in der Früh 25 Häuser im Ortsteil Hintermuhr nach mehreren Lawinenabgängen von der Außenwelt abgeschnitten. Bürgermeister Josef Kandler: "Die Zufahrt zu zwei Häusern ist total verschüttet, die Muhrer Gemeindestraße ab dem Recyclinghof in Richtung Hintermuhr aus Sicherheitsgründen gesperrt worden." Das Problem sei, dass nach den vielen Schneefällen die Gräben bereits voll seien, der Schnee derzeit sehr feucht und schwer sei. Es komme immer wieder zu Rutschungen, man könne nicht ausschließen, dass größere Lawinen abgingen.

"Im Jänner waren dieselben 25 Häuser für mehrere Tage von der Außenwelt abgeschnitten, nachdem Staublawinen abgegangen waren", bestätigte Bürgermeister Josef Kandler. Am späten Nachmittag traf die örtliche Lawinenkommission mit dem Bürgermeister zusammen, um das weitere Vorgehen zu beraten sowie über eine weitere Sperre der Gemeindestraße zu entscheiden.

Montagfrüh stand dann fest: Die Lawinengefahr war deutlich zurückgegangen, die Straße konnte für den Verkehr freigegeben werden. Befahrbar war sie nach der Schneeräumung um elf Uhr Vormittag.

Bereits am Samstag war die freiwillige Feuerwehr in Bad Hofgastein zu Hilfe gerufen worden. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich bedingt durch das Italientief und die starken Niederschläge im Süden von Österreich ein Föhnsturm entwickelt. Durch die plötzlich milden Temperaturen drohten Eisplatten von Hausdächern zu stürzen. "In einem Fall, es war mitten in unserem Ortszentrum, sind tatsächlich Eistrümmer vom Blechdach eines Wohnhauses auf ein fahrendes Auto gestürzt", berichtete Ortsfeuerwehrkommandant Rupert Sendlhofer den SN. Mit einer Drehleiter konnten die Helfer die Gefahr bannen, ehe sie am Abend zum örtlichen Feuerwehrball, der mit rund 500 Gästen gut besucht war, eilten.

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