Chronik

Muren und Überflutungen nach Unwetter in Salzburg

Sintflutartige Regenfälle haben in der Nacht auf Mittwoch zwischen Salzburg und Golling zu Murenabgängen und Verklausungen geführt.

Rund 100 Liter Regen pro Quadratmeter sind in der Nacht innerhalb von zwei Stunden gefallen. "Es war eine kleinräumige Gewitterzelle. Es hat geschüttet, wie wenn eine Schleuse geöffnet worden wäre", so Meteorologin Liliane Hofer von der ZAMG Salzburg.

"17 Feuerwehren sind mit 276 Einsatzkräften zu 47 Einsätzen ausgerückt", berichtet der Salzburger Landesfeuerwehrkommandant Leopold Winter. Vor allem Grödig, Hallein, Adnet und Puch seien die "Hotspots" gewesen. Da die Böden das viele Wasser nicht mehr aufnehmen konnten, kam es zu zahlreichen Überflutungen. Betroffen waren vor allem Keller und teilweise auch Tiefgaragen. Einsatzkräfte seien auch am Mittwochnachmittag in Hallein und Grödig noch dabei gewesen, etwa beim Auspumpen zu helfen. Salzachtalstraße derzeit eingeschränkt befahrbar Nach einem Murenabgang in der Nacht auf Mittwoch ist die Salzachtalstraße im Bereich Hallein-Kaltenhausen derzeit auf nur einer Spur befahrbar. "Ein Geologe hat die Stelle bereits in der Früh begutachtet", sagt Philipp Kogler, Katastrophenschutzreferent der Halleiner Bezirkshauptmannschaft. Es gebe keinen Nachrutsch, dennoch werde die Stelle nun mit einer Betonwand abgesichert.

"Die Landesstraßenmeisterei wird die Straße nun reinigen, sie wird wohl gegen 17 Uhr wieder komplett frei befahrbar sein", so Kogler. Derzeit können Fahrzeuge eine Spur benutzen.

Kogler selbst sei seit sechs Uhr früh unterwegs und besuche von Unwetterschäden betroffene Gebiete. Nahe der Mure bei Kaltenhausen etwa gebe es beim Steinbruchweg eine Verklausung eines Baches, der unter der Straße durchführt. "Gerade bin ich im Keller eines Familienhauses. Der ist mit Wasser voll und Heizöl ist ausgetreten", berichtete er.Verklausung eines Baches in St. LeonhardAufgrund der heftigen Regenfälle verklauste auch der Grünbach in St. Leonhard bei Grödig gegen Mitternacht an zwei Stellen. In Folge trat der Bach über die Ufer und überschwemmte Wege und Straßen. Die Tiefgarage in der Drachenlochstraße lief mit Wasser voll und musste von der Freiwilligen Feuerwehr ausgepumpt werden. Es entstand beträchtlicher Sachschaden.

Die Freiwilligen Feuerwehren aus Grödig, Fürstenbrunn, Anif und Niederalm waren im Einsatz. Mit einem Bagger gelang es schließlich, die Verklausungen zu entfernen. Anschließend wurden die Gemeindewege und die B160 gesäubert. Auf der B160 kam es zu kurzfristigen Verkehrsbehinderungen. Um drei Uhr war die Straße wieder frei passierbar.

"Die Autos sind direkt an der Decke der Tiefgarage geschwommen. Es war nichts mehr zu retten. Das Wasser ist vom Untersberg regelrecht heruntergeschossen. Dass so etwas so schnell und so dramatisch passiert, habe ich noch nie erlebt - unvorstellbar", schilderte der Grödiger Feuerwehrkommandant Markus Schwab.

Personen wurden bei dem Unwetter nicht verletzt. Die Höhe der Schäden an Häusern, Brücken und Fahrzeugen ist bislang noch nicht bekannt, berichtete die Polizei. Almkanal tritt in Salzburg über die Ufer Schäden gab es auch in der Landeshauptstadt. Dort trat der Almkanal im Stadtteil Riedenburg über die Ufer und überschwemmte mehrere Keller und eine Tiefgarage. Der Kanal ist eigentlich zurzeit trockengelegt, weil er wie jedes Jahr im September gereinigt werden soll. "Wegen der starken Niederschläge im Bereich Untersberg stieg aber das Wasser im Kanal rasant an. Und weil das Bachbett noch nicht gereinigt war, hat das Wasser jede Menge Material mitgerissen und zu Verklausungen bei den Rechen geführt", sagte der stellvertretende Branddirektor Reinhold Ortler.

Im Bereich Reichenhaller Straße und Untersbergstraße kam es zu Überschwemmungen, wobei sich in der Tiefgarage zum Glück nur wenige Fahrzeuge befunden hätten. Auch dort wird die Feuerwehr am Mittwoch noch einige Zeit beschäftigt sein, sagte Ortler.Risiko von Motorschäden - Versicherung steigt aus Steht ein Auto nach starken Regenfällen im Wasser - etwa in einer Tiefgarage - so rät der ÖAMTC zu Vorsicht. Wenn der Motorraum eines Autos unter Wasser war, müsse aus Sicherheitsgründen eine Abschleppung erfolgen, so Techniker Peter Schmid."Wenn sich Wasser im Zylinder befindet, kann bei einem Startversuch der sogenannte "Wasserschlag" auftreten, ein Motorschaden kann die Folge sein." Sand und Wasser können die Bremsen angreifen, daher sei es ratsam, auch sie von Fachleuten überprüfen zu lassen.

Wer Schäden an seinem Fahrzeug entdeckt, kann sich langwierige Streitereien mit der Versicherung durch richtiges Vorgehen ersparen. "Schäden sollten mit Fotos dokumentiert und der Versicherung unverzüglich gemeldet werden", rät ÖAMTC-Juristin Martina Schlegel-Lanz. "Einen Startversuch, der einen Motorschaden zur Folge haben kann, sollte man tunlichst unterlassen. Die Versicherung kann in diesem Fall die Leistung verweigern."

Quelle: Apa, Michaela Hessenberger

Aufgerufen am 15.12.2018 um 06:17 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/muren-und-ueberflutungen-nach-unwetter-in-salzburg-3204631

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