Chronik

Muslimisches Opferfest in Salzburg: "Jedes Volk hat sein Fest, heute ist unseres"

Rund 30.000 Muslime feierten in Salzburg das Opferfest. Beim Gebet in der Tribühne Lehen waren besonders viele Gläubige.

Allahu Akbar - Gott ist groß. Immer wieder wiederholt der Imam diese Formel zur Einstimmung auf das Morgengebet. Kurz bevor es losgeht macht Husmin Rašidović noch einige Fotos von der randvollen Tribühne Lehen. Er ist Mitglied des islamischen Kulturvereins, der zu dem höchsten muslimischen Feiertag die große Zusammenkunft der Muslime veranstaltet hat. "Viele kommen kurz vor der Arbeit zum Gebet - wenn sie sich nicht ohnehin freigenommen haben", sagt Rašidović. Er ist einer von rund 500 Muslimen, die zu dem gemeinsamen Gebet in den Veranstaltungssaal nach Lehen gekommen sind.

Zwischen 30.000 und 35.000 Muslime begingen am Dienstag in Salzburg das Fest - genaue Zahlen gibt es seit einer Umstellung der Volkszählung nicht. Die größte Gruppe der Gläubigen stammt aus der Türkei, knapp gefolgt von Bosnien-Herzegowina. Auch Husmin Rašidović stammt von dort. Er lebt aber in der Stadt Salzburg, seit er wenige Monate alt ist.

Der Nationenmix der islamischen Gemeinde zeigt sich auch in der Tribühne Lehen. Rašidović schätzt, dass mehr als 30 Nationen vertreten sind. "Wir sind schwarz, braun, gelb und weiß", sagt er. Deshalb wird die arabische Predigt des Imams auch übersetzt - auf Deutsch, damit sie auch die Nicht-Arabisch-Sprechenden verstehen.

Beim Opferfest wird des Propheten Ibrahim gedacht. Es handelt sich um die gleiche Geschichte, die in der Bibel Abraham durchlebt: In beiden Fällen fordert Gott den Menschen auf, seinen Sohn zu opfern. Als der Mensch gehorcht, gebietet Gott Einhalt. Deshalb sei das Opfern nicht das Wesentliche bei dem Fest, predigt der Imam. "Es geht um Gottesfürchtigkeit. Zeigt heute eure Freude und lasst andere daran teilhaben. Jedes Volk hat sein Fest. Und heute ist unseres."

Im Anschluss trifft Husmin Rašidović bei Tee und Baklava zahlreiche Bekannte und Freunde - auch sie stammen aus den unterschiedlichsten Nationen. Artun Akar hat türkische Eltern. Er wuchs in Wien auf und lebt jetzt in Salzburg, wo er an der Universität arbeitet. Er ist froh über das rege Leben in der hiesigen islamischen Gemeinde, weil er hier viele Freunde fand. So geht es auch Hichem Belhocine, einem Algerier, der seit drei Jahren in Salzburg Computerwissenschaften studiert.

Nach einem kurzen Austausch über den Urlaub geht es für sie wieder in die Arbeit. Husmin Rašidović wird den Tag aber noch genießen: bei einem gemeinsamen Frühstück mit Freunden und Familie im Europark.

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