Chronik

Mutmaßlicher Mord in Bischofshofen: Verdächtiger soll krank sein

Der Bauer aus Bischofshofen wird verdächtigt, seine Mutter erschossen und in der Güllegrube versenkt zu haben. Das Landesgericht verhängte am Sonntag die Untersuchungshaft.

Jener 44-jährige Landwirt aus Bischofshofen, der seine Mutter erschossen haben soll, wurde am Sonntag von der Haftrichterin vernommen. Das Landesgericht Salzburg verhängte danach auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Untersuchungshaft. "Aufgrund der derzeitigen Ermittlungsergebnisse ist von einem dringenden Tatverdacht in Richtung des Verbrechens des Mordes auszugehen", so der Sprecher des Landesgerichtes Peter Egger. Die Entscheidung gilt vorerst für zwei Wochen.

Barbara Fischer von der Staatsanwaltschaft Salzburg sagte am Sonntag: "Wegen der wirr erscheinenden Aussagen des Verdächtigen wird ein neuropsychiatrisches Gutachten eingeholt." Dessen Ergebnis entscheidet, ob der Pongauer von der Justizanstalt Puch in eine psychiatrische Klinik verlegt wird. Die Staatsanwaltschaft ordnete zudem die Obduktion der Leiche an. Sie findet heute, Montag, statt. Polizeisprecher Hans Wolfgruber: "Der Verdächtige ist zwar grundsätzlich geständig, aber seine Aussagen sind schwierig zu werten. Die Obduktion soll unter anderem klären, ob sich die Angaben mit den Tatsachen decken und ob das bei ihm sichergestellte Gewehr wirklich die Tatwaffe ist."

Der Landwirt hat gegenüber der Polizei am Freitagabend ausgesagt, dass seine Mutter vor etwa zehn Jahren von Unbekannten ausgetauscht worden sei. Das Opfer sei sehr alt gewesen und er habe sich das nicht mehr ansehen können. Deshalb habe er die 78-Jährige am Abend von Allerheiligen im Stall erschossen und in der Güllegrube versenkt.

Dem Geständnis ist eine stundenlange Suchaktion vorangegangen. Am Freitagnachmittag meldete die 52-jährige Schwester des Verdächtigen ihre Mutter als abgängig. Gegen 16 Uhr begann deshalb eine Suchaktion der Feuerwehr Bischofshofen im Ortsteil Kreuzberg. In dieser Streusiedlung am Berg oberhalb der Pinzgauer Straße (B311) bewirtschafteten die Ermordete und ihr Sohn zusammen einen Bauernhof. Die Tochter, die das Verschwinden des Opfers angezeigt hat, und weitere Verwandte leben in der Nähe ebenfalls in Kreuzberg.

Die Einsatzkräfte konzentrierten die Suche auf die Wege und Wälder der Umgebung. Die Frau war grundsätzlich noch in guter Verfassung, unternahm aber nur mehr kurze Spaziergänge. Man ging davon aus, dass sie zu Fuß jemanden besuchen wollte und einen Unfall hatte. Zur Unterstützung forderte die Feuerwehr später auch die Bergrettung und die Wasserrettung an. Die Wasserretter suchten zwei Feuerlöschteiche in der Gegend ab. Aber auch das war vergeblich.

Mit einem Suchhund folgte man Spuren der Frau. Dabei stellte sich heraus, dass alle Spuren der Frau, die vom Hof wegführten, auch wieder zurückführten. Die Suchmannschaft stellte darauf den gesamten Hof auf den Kopf. Erst gegen 20 Uhr sagte der Sohn dann zur Polizei, dass er seine Mutter getötet und in der Güllegrube versenkt habe. Die Feuerwehr leuchtete die Grube aus und pumpte die Gülle ab. Schließlich fand man die Leiche.

In Bischofshofen ist von einem tragischen Fall die Rede. Die Familie ist überall bekannt. Und bekannt sei auch gewesen, dass der Beschuldigte psychische Probleme gehabt habe. Mit der Hilfe seiner Mutter schaffte er es aber, den Hof zu bewirtschaften. Der Mann habe sich möglichst zurückgezogen. Seine Geschwister wollten ihm helfen, aber er habe niemanden wirklich an sich herangelassen. Polizeilich ist er bisher aber nicht aufgefallen.

Der Hof wird vorerst von Nachbarn und den Brüdern des Verdächtigen betreut. Wie es danach weitergeht, weiß derzeit noch niemand.

Aufgerufen am 22.07.2018 um 05:55 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/mutmasslicher-mord-in-bischofshofen-verdaechtiger-soll-krank-sein-20133895

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