Chronik

Nach Aus für Denkmalschutz in Guggenthal: Naturschutzbund beeinsprucht Bescheid

Naturschutzbund will in dem Verfahren Parteienstellung erlangen.

Von der alten Brauerei in Guggenthal blieb nur eine Brandruine.  SN/robert ratzer
Von der alten Brauerei in Guggenthal blieb nur eine Brandruine.

Mehr als vier Monate nach dem Großbrand der alten Brauerei in Gut Guggenthal hatte das Denkmalamt Anfang November den Schutzstatus für das Industriedenkmal aufgehoben. Der Naturschutzbund Salzburg hat jetzt diesen Bescheid beeinsprucht.

Das Bundesdenkmalamt habe den Denkmalschutz ohne korrekte und hinlängliche Prüfung aufgehoben, argumentiert der Landesgeschäftsführer des Naturschutzbunds, Hannes Augustin. Es sei entgegen den Bestimmungen des Denkmalschutzgesetzes nicht einmal der vom Amt bestellte Denkmalbeirat zur Entscheidungsfindung beigezogen worden.

Der Naturschutzbund versucht derzeit, in dem Verfahren Parteistellung zu erlangen. Es seien außer den Aspekten des Denkmal-, Ensemble- und Landschaftsschutzes sowie der Raumordnung auch konkrete EU-artenschutzrechtliche Belange (FFH-Richtlinie) betroffen, die bisher nicht gewürdigt worden seien. Augustin verweist auf das nachgewiesene Vorkommen von Fledermäusen im Brauereigebäude und Reptilienarten (Blindschleiche, Ringelnatter, möglicherweise auch Zauneidechse) in der unmittelbaren Umgebung. Daher mache es aus Sicht des Naturschutzes Sinn, die Reste des bestehenden Gebäudes zu erhalten und bei einer Instandsetzung auch auf die Ansprüche dieser Arten Bedacht zu nehmen.

Der Naturschutzbund beruft sich auf die Entscheidung C-664/15 Protect des EuGH. Demnach muss anerkannten Umweltschutzorganisationen bei Angelegenheiten, die in den Anwendungsbereich des Unionsrechtes fallen, die Möglichkeit eingeräumt werden, eine für sie ungünstige Entscheidung überprüfen zu können. Augustin pocht außerdem auf die Aarhus-Konvention. Es müsse einer Umweltorganisation ermöglicht werden, eine Entscheidung, die am Ende eines Verwaltungsverfahrens ergangen ist und die möglicherweise im Widerspruch zum Umweltrecht steht, von einem Gericht überprüfen lassen zu können.
Der Naturschutzbund erwarte eine Aufhebung des vom Bundesdenkmalamt ergangenen Bescheides sowie eine neuerliche Beurteilung des denkmalgeschützten Objektes unter Einbeziehung des Denkmalbeirates und weiterer Experten.

Quelle: SN

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