Chronik

Nach Brand: Zäher Kampf um Abriss des Gambswirts

Mehr als drei Monate nach dem Großbrand in Tamsweg ist das Schicksal des Gambswirts ungeklärt. Schimmel hat sich ausgebreitet.

Offiziell und nach außen herrscht Stillschweigen. Aber hinter den Fassaden gibt es in Tamsweg ein heftiges Tauziehen um die Zukunft des historischen Gambswirtshauses am Marktplatz. Der Brand vom 4. Juli, Löschwasser und Regen haben eine sehr feuchte Ruine hinterlassen. Schimmel hat sich ausgebreitet. Das Haus ist ausgehöhlt.

Die Eigentümerfamilie will ihr Haus wieder aufbauen und pocht auf den Totalabriss. Für die Ortsbildschutzkommission ist das letzte Wort aber noch nicht gesprochen. Vielleicht kann doch noch ein Teil erhalten werden.Bis August 2015 soll Gambswirt neu erstrahlenDie Wirtsfamilie Maier macht eine harte Zeit durch. Immerhin: Mit der Versicherung sei alles geklärt, sagen die Maiers. Bis August 2015 soll der neue Gambswirt in altem Glanz erstrahlen. Aber es spießt sich. "Von uns und der Versicherung in Auftrag gegebene unabhängige Gutachten besagen, dass das Haus aus gesundheitlichen Gründen wegen des Schimmels abgerissen gehört", sagt Wirtin Gusti Maier auf SN-Anfrage. Es regne hinein. "Uns blutet das Herz, wenn das Haus abgerissen werden muss. Wir würden es gern stehen lassen. Aber wenn es nicht anders geht ..." Der Ortsbildschutz hole noch ein eigenes Gutachten ein. "Es geht um die Marktplatzseite und darum, ob dort die Mauern stehen bleiben müssen", sagt die Wirtin. "Hinten könnten wir mit dem Abreißen beginnen. Aber Baufirmen wollen das in einem durchziehen. Wir warten und sitzen fest." Dennoch könnte der Zeitplan eingehalten werden, wenn die Entscheidung nun rasch falle. Baubehörde ist Bürgermeister Georg Gappmayer (ÖVP). Dieser muss aber die Beurteilung der Ortsbildschutzkommission abwarten.Durch Brand "wesentlich in Mitleidenschaft gezogen"Vorsitzender der Kommission ist in diesem Fall Walter Rohringer von der Bezirkshauptmannschaft, weil dessen Kollegin, Bezirksarchitektin Helga Santner, aufgrund einer Verwandtschaft zur Eigentümerfamilie befangen ist. Die Sitzung der Experten am 30. September brachte noch keine Entscheidung. "Das Verfahren läuft. Für eine ordnungsgemäße und abschließende Beurteilung sind noch Nachbesserungen und Unterlagen erforderlich", erklärt Rohringer. Die Kommission habe für die Gemeinde den Status eines Sachverständigen. Das Haus sei durch den Brand "wesentlich in Mitleidenschaft gezogen" worden. Aber der Ortsbildschutz müsse gemäß seinem gesetzlichen Auftrag "auch in Richtung mögliche Erhaltung gehen". Möglicherweise könne die Kommission noch diese Woche neuerlich zusammentreten.Rasche Abwicklung der GenehmigungsverfahrenSowohl die Gemeinde als auch Bezirkshauptmann Walter Aigner versichern, dass die Genehmigungsverfahren möglichst rasch und konzentriert abgewickelt werden. "Wir setzen uns schon bei den ersten Planbesprechungen zusammen", so Aigner. Der Gambswirt ist vor allem auch als Veranstaltungsort für das Leben im Lungauer Hauptort sehr wichtig.

Um den Tamsweger Marktplatz befanden sich früher nicht weniger als zehn Gasthäuser. In einigen wurde auch Bier gebraut. Das zum Teil mehr als 580 Jahre alte Gebäude ist seit 1950 im Besitz der Familie Maier. Über dem Portal zeigt ein Relief aus der Mitte des 18. Jahrhunderts die Krönung Mariens.

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