Chronik

Nach einer Bombendrohung musste die gswb-Zentrale geräumt werden

Das Erpresser-Mail landete am Freitagvormittag im Posteingang. 60 Mitarbeiter gingen ins Freie, einen Sprengkörper fand die Polizei nicht.

"Wir sind gleich auf Nummer sicher gegangen und haben die Firmenzentrale wie bei einem Feueralarm evakuieren lassen", sagten am Freitagvormittag Bernhard Kopf, technischer Geschäftsführer der Wohnbaugesellschaft gswb, sowie Peter Rassaerts, der kaufmännische Geschäftsführer. Gleichzeitig war die Polizei alarmiert worden, die vorsorglich die Ignaz-Harrer-Straße von der Kreuzung mit der Guggenmoosstraße bis zu jener mit der Rudolf-Biebl-Straße für mehrere Stunden absperrte.

Nachdem die rund 60 Mitarbeiter das Bürogebäude verlassen hatten, verfolgten die beiden Geschäftsführer das weitere Geschehen in sicherer Entfernung von der Straße aus. "Die Polizei ist mit einem Spürhund zuerst in der Tiefgarage unterwegs, dann in den oberen Geschoßen auf der Suche", schilderten die beiden.

Die Suche konnte letztlich gegen Mittag ergebnislos abgebrochen und die Ignaz-Harrer-Straße für den Verkehr wieder freigegeben werden. Durch die Sperre hatten sich auf den Umleitungsstrecken lange Staus entwickelt.

Der Inhalt des Erpresser-Mails war gleichlautend wie in jenen, die in der Vorwoche bereits bei zahlreichen Firmen in ganz Österreich eingelangt sind. Darin werden die Unternehmen aufgefordert, Bitcoins im Wert von 20.000 US-Dollar zu überweisen. Andernfalls droht der Schreiber damit, eine Bombe im Gebäude hochgehen zu lassen.

Mehrere Firmen verständigten die Polizei, wodurch es zu größeren Einsätzen etwa in Wien und Tirol gekommen ist. Dabei wurde in keinem Fall ein Sprengkörper aufgefunden. "Wir schicken nur mehr Funkwagen zur Bestandsaufnahme aus - und gehen nicht mehr nach dem Prozedere bei Bombendrohungen aus", hieß es seitens der Polizei. Die Arbeitsgemeinschaft "ARGE Erpressungsmail" im Bundeskriminalamt habe die weiteren Ermittlungen übernommen.

In den Mails versuchten die Täter, die Empfänger binnen 80 Stunden zu einer Überweisung zu bewegen. Bei Nichtzahlung drohten sie konkret damit, eine versteckte Bombe mit Plastiksprengstoff zur Explosion zu bringen. Zur "Erleichterung" schickten sie auch gleich eine Anleitung zum Erwerb von Bitcoins mit. "Nichts Persönliches, aber wenn ich die Bitcoins nicht erhalte und die Bombe explodiert, werden mir andere Handelsunternehmen viel mehr zahlen, weil das ist keine einmalige Aktion", ließ der Absender zudem wissen.

Bisher gibt es keine Hinweise zum Absender. Die Behörden gehen aber davon aus, dass es sich um internationale Täter handelt. Das Phänomen der Massenerpressungs-E-Mails beschäftigt die Polizei seit Jahren. 2019 gab es 1958 Anzeigen.

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