Chronik

Nach Felssturz: St. Johann bangt um Attraktion

Nach einem gewaltigen Felssturz ist die Liechtensteinklamm bis auf Weiteres geschlossen. Ob sie wieder begehbar wird, ist noch offen.

Thomas Obersteiner hat den Kiosk mit Souvenirs wiederaufgebaut. Am Samstagabend musste der Wirt vom Gasthaus Liechtensteinklamm die Holzhütte schnell räumen, um Platz für die Einsatzkräfte zu schaffen. 21 Personen waren gerade in der LIechtensteinklamm, als in der Nähe des Eingangs 200 Kubikmeter Gestein abgingen. Vier Touristen aus Indien wurden leicht verletzt, Bergrettung und Feuerwehr halfen 17 weiteren Urlaubern über einen steilen Hang, weil der Ausgang seither verlegt ist.

Jetzt ist die Klamm gesperrt. Thomas Obersteiner erfährt am Montag nach einer Sitzung der Gemeinde, wie es mit der Touristenattraktion weitergeht. 200.000 Besucher kommen jedes Jahr, um das Naturschauspiel zu bewundern. "Besonders der Wasserfall ist sehr beeindruckend", sagt Obersteiner. Der Wirt erlebt gerade einen durchwachsenen Start in seine gastronomische Karriere. Im Vorjahr hat er das Gasthaus von seinem Vater übernommen, jetzt muss er um die Saison bangen. Sollte die Klamm länger gesperrt sein, müsste er auch das Gasthaus vorübergehend zusperren. "Wenn man bald wieder hinein kann, werden wir offen bleiben. Es kommen ja auch Einheimische zu uns, um die Pongauer Forellen zu essen. Aber auf Dauer sind wir auf die Besucher der Klamm angewiesen."

Am Sonntag war noch völlig unklar, wie es mit der Klamm weitergeht. Derzeit bestehe jedenfalls noch akute Felssturzgefahr, sagt Landesgeologe Rainer Braunstingl. "Man muss damit rechnen, dass in den kommenden Tagen immer wieder Material durch die Rinne nachkommt." Es sei bekannt gewesen, dass der betroffene Hang labil sei, sagt der Geologe. Die hohen Temperaturunterschiede zwischen den Morgenstunden und der Mittagszeit hätten letztendlich zu dem Felssturz geführt.

Die Stadtgemeinde St. Johann bewirtschaftet die Liechten steinklamm. Sie investiere jährlich zwischen 200.000 und 300.000 Euro in die Befestigung der Felsen, sagt Bürgermeister Günther Mitterer (ÖVP). "Die Klamm wird sehr gut angenommen, deshalb arbeiten wir laufend an der Sicherheit." Auch heuer seien wieder umfangreiche Maßnahmen geplant gewesen. Wie bzw. ob man die Klamm heuer öffnen könne, sei aber noch unklar, sagt Mitterer. "Natürlich gehen wir davon aus, dass wir die Klamm nicht zusperren müssen. Aber die Experten haben uns gesagt, dass die Sicherung ein sehr schwieriges Unterfangen wird."

Quelle: SN

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