Chronik

Nach Kuh-Urteil droht die Sperre von Wanderwegen

Salzburger Naturfreunde schlagen Alarm: Das Abzäunen von Wegen sei nicht durchführbar, die Sperre von Wegen oder Flächen für die Allgemeinheit unvorstellbar.

Gerichtsurteil in Tirol, das Bauer zu hohen Schadenersatzzahlungen verurteilte, schlägt auch in Salzburg hohe Wellen. SN/heinz bayer
Gerichtsurteil in Tirol, das Bauer zu hohen Schadenersatzzahlungen verurteilte, schlägt auch in Salzburg hohe Wellen.

Besorgt zeigt sich Salzburgs Naturfreunde-Vorsitzende Sophia Burtscher nach dem Bekanntwerden eines Urteils des Zivilgerichts am Landesgericht Innsbruck im Fall einer tödlichen Kuhattacke in Tirol im Jahr 2014. In erster Instanz wurde entschieden, dass ein Landwirt einem Witwer aus Deutschland 490.000 Euro Schadenersatz zahlen muss. Der Bauer legte Berufung ein.

Sollte das Urteil bestätigt werden, sieht Burtscher darin auch eine akute Bedrohung der Wegefreiheit. Schon jetzt ist die Rede eines Sperrens von Weiden und Wanderwegen für Alpinisten und den Tourismus bzw. dem kompletten Einzäunen dieser Bereiche, wenn daneben Kuhhaltung betrieben wird.

"Als Verteidigerin der hart erkämpften Wegefreiheit in Österreich ist es für mich völlig unvorstellbar, Wege oder Flächen für die Allgemeinheit zu sperren. Auch ein Abzäunen von Wanderwegen ist nicht durchführbar. Allein in Salzburg betreuen wir Naturfreunde mehr als 500 Kilometer an Wanderwegen und Steigen. Unseren Ehrenamtlichen noch mehr Arbeit zuzumuten, ginge völlig an der Realität vorbei", warnt Sophia Burtscher, die stark auf eine bessere Information der Wanderer und mehr Eigenverantwortung pocht.

Burtscher betont zudem, dass bewirtschaftete Almen mit Weidetieren zu unserem Kulturgut gehören und so wie sie sind frei zugänglich erhalten bleiben müssen.

Quelle: SN

Aufgerufen am 28.10.2020 um 07:04 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/nach-kuh-urteil-droht-die-sperre-von-wanderwegen-66493723

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