Chronik

Nach Schlägerei: Stadt reagiert mit Schwerpunktkontrollen auf Salzburger Lokalmeile

Die Auswertung der zahlreichen Videos, die Angriffe auf die Polizei zeigen, dauert noch an. Stadt und Exekutive wollen Strategien gegen derartige Ausschreitungen finden.

In der Nacht zum Sonntag eskalierte am Salzburger Rudolfskai, der Ausgeh- und Lokalmeile in der Altstadt, die Situation: Türsteher eines Lokals meldeten der Polizei eine Schlägerei auf der Straße. Zwei zu Hilfe gerufene Polizeistreifen waren angesichts Dutzender Rowdys, die Flaschen und andere Gegenständen gegen die Beamten warfen, überfordert. Sie zogen sich zurück und forderten Verstärkung an. Letztlich standen 50 Beamte, darunter auch einige der Sondereinheit Cobra, einer aggressiven Menschenmenge gegenüber. Mit Plastikschilden versuchten sich die Beamten gegen Wurfgeschoße zu schützen und setzten auch Pfefferspray ein. Die Situation beruhigte sich erst nach Stunden, nachdem ein Platzverbot ausgesprochen worden war und die Lokale schrittweise geschlossen wurden. Kurz nach vier Uhr in der Früh verließen die letzten Nachtschwärmer den Rudolfskai.

Derzeit versucht die Polizei das Geschehen mit der Auswertung von zahlreichen Videos zu analysieren. Wie berichtet wurden fünf gewalttätige Jugendliche im Alter zwischen 15 und 23 Jahre vorläufig festgenommen. Das Rote Kreuz versorgte vier Verletzte, darunter ein Polizeibeamter, der durch einen Flaschenwurf am Ellbogen verletzt worden war.

Reagiert hat bereits der Salzburger ÖVP-Bürgermeister Harald Preuner. Er wird sich in den kommenden Tagen mit Vertretern der Polizei zusammensetzen, um Strategien gegen derartige Ausschreitungen zu finden. "Fest steht, dass die Stadt gemeinsam mit der Polizei noch im November fünf Schwerpunktkontrollen am Rudolfskai durchführen wird", sagte Bernd Huber aus dem Büro des Bürgermeisters. Ein besonderes Augenmerk werde dabei einerseits auf den Jugendschutz, andererseits auf das seit Jahren geltende Alkoholverbot am Rudolfskai gerichtet sein.

Andrea Brandner von der SPÖ fordert für den Rudolfskai ein Parkverbot an Freitagen und Samstagen ab 22.00 Uhr bei freier Fahrt für die Busse. Der öffentliche Verkehr und Taxis sollen weiterhin fahren können. "Durch ein Parkverbot wäre mehr Platz für Fußgänger. Dann könnten sich die verschiedenen Gruppen besser verteilen, wodurch das Konfliktpotential eingedämmt wird", so Brandner. Wichtig sei auch, dass mit den Wirten am Rudolfskai gesprochen werde. Die Stadtverwaltung sei hier gefordert, um sie in Hinblick auf den Jugendschutz zu unterstützen und in enger Abstimmung mit der Polizei gemeinsame Lösungen zu erarbeiten.

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