Chronik

Nach sieben Wochen Abschottung durften am Montag erste Besucher in Salzburger Seniorenheime

Die Freude war groß und wurde auch von strengen Regeln nicht getrübt.

Seit Montag sind Besuche in Seniorenheimen unter strengen Auflagen wieder erlaubt. SN/hilfswerk
Seit Montag sind Besuche in Seniorenheimen unter strengen Auflagen wieder erlaubt.

Sieben Wochen lang wurden die Bewohner von Salzburger Seniorenheimen zu ihrem eigenen Schutz von der Außenwelt abgeschottet. Zu groß war die Gefahr, dass mit Besuchern das Coronavirus eingeschleppt wird. Nun wurden die Regeln gelockert und Besuche sind seit Montag wieder möglich. Voraussetzung ist, dass es keinen direkten Kontakt gibt und Abstand gehalten wird. Die Heime haben eigene Besucherzonen - mit Plexiglaswänden, Gegensprechanlagen, eigenen Besuchskojen oder Begegnungszonen im Garten - eingerichtet.

"Wir freuen uns, dass wir Besuche unter Einhaltung der entsprechenden Schutzbestimmungen und Hygienestandards mit Anfang Mai und damit rechtzeitig vor Muttertag ermöglichen konnten. Die Situation rund um Corona hat sich in den letzten Wochen stabilisiert, dieser Schritt in Richtung Normalität wird von uns daher sehr begrüßt", sagt Hilfswerk Geschäftsführerin Daniela Gutschi. Sie ist gleichzeitig ÖVP-Landtagsklubobfrau.

Die Salzburger Stadträtin Anja Hagenauer hatte den Vorstoß Ende April als übereilt und als "populistische Ankündigung zum Muttertag" bezeichnet. Ihre Kritik: Von Seiten des Landes sei die Öffnung verkündet worden ohne notwendige begleitende Maßnahmen zu definieren. Damit habe man Seniorenheimbetreiber vor den Kopf gestoßen. Unabhängig davon sind aber auch in den städtischen Seniorenheimen seit Montag wieder Besuche möglich. Für jedes der sechs Häuser wurde ein eigenes Besucherkonzept entwickelt und umgesetzt.

"Durch harte Arbeit, hohes Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und gleichzeitig viel Verständnis bei den Bewohnerinnen und Bewohnern, aber vor allem bei den Angehörigen ist es uns durch konsequente Maßnahmen bisher gelungen, eine Infektion in unseren Häuser zu vermeiden", betonte Anja Hagenauer. "Wir haben jetzt fünf Häuser durchgetestet - nun fehlt nur mehr Bolaring."

Das Betretungsverbot von Seniorenheimen hatte das Hilfswerk Salzburg in den vergangenen Wochen zum Anlass genommen, seine sieben Seniorenheime und Hausgemeinschaften mit Tabletts zur Nutzung von Skype auszustatten. So konnten zumindest virtuelle Besuche stattfinden. "Das Angebot wurde gerne genutzt - nichts desto trotz kann es natürlich den persönlichen Kontakt langfristig nicht ersetzen", betont Daniela Gutschi. "Wir freuen uns daher, dass die Senior/innen nun - unter strenger Einhaltung von Hygienestandards und mit Mindestabstand - wieder in den persönlichen Austausch mit ihren Liebsten treten können."

Quelle: SN

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