Chronik

Nach "Überfall" auf Salzburger Wettlokal: Verfahren wurde eingestellt

Der Bruder des Lokalinhabers hatte angeben, er sei von zwei - später beschulidgten - Tschetschenen geschlagen und mit einer Waffe bedroht worden. laut Staatsanwaltschaft war ein raubüberfall aber nicht nachweisbar, offenbar wollten die Tschetschenen nur einen Spielgewinn eintreiben.

Symbolbild.  SN/bilderbox
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Salzburg APA

Nach einem mutmaßlichen Überfall auf ein Salzburger Wettlokal in der Nacht auf 29. November ist das Ermittlungsverfahren gegen zwei 29-jährige Tschetschenen wegen schweren Raubes eingestellt worden. Ein Überfall sei nicht nachweisbar, die Verantwortung der Beschuldigten, wonach sie nur Wettschulden beim Lokalbetreiber eintreiben wollten, sei glaubhaft, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft.

Die Tschetschenen, die sich einen Tag nach dem Vorfall im Beisein eines Rechtsanwaltes der Polizei stellten, hatten eine Raubabsicht vehement bestritten. Sie wurden jedoch vom Bruder des Lokalinhabers belastet. Der 28-jährige Bosnier gab an, dass er von den Männern geschlagen worden sei, einer der beiden habe ihn zudem mit einer Schusswaffe bedroht. Aus Angst habe er aus einer Lade 5.125 Euro gezogen und ihnen das Bargeld überreicht. Anschließend hätten sich die Räuber aus dem Staub gemacht.

Erste Ermittlungen ergaben, dass die beiden Verdächtigen das Lokal im Stadtteil Lehen unmaskiert betraten und von der Angestellten Bargeld forderten. Die 33-Jährige kam der Aufforderung aber nicht nach, sondern rief den Bruder des Inhabers an, der wenig später in das Geschäft kam. Daraufhin sollen die Männer auf den Bosnier losgegangen sein. Nachdem sowohl der 28-Jährige als auch einer der Tschetschenen mit dem Lokalinhaber telefoniert hatten, soll der Bosnier mit der Pistole bedroht worden sein.

Bilder aus der Überwachungskamera zeigten lediglich einen telefonierenden Mann, neben dem ein anderer Mann steht, während die Angestellte und ein dritter Mann etwas abseits auf einer kleinen Sitzgruppe saßen. Nach der Veröffentlichung der Bilder stellten sich die vermeintlichen Täter. Doch auf allen vorliegenden Aufnahmen ist kein Überfall zu erkennen. Die beiden Beschuldigten bestritten eine Gewaltanwendung oder den Gebrauch einer Waffe, wie der stellvertretende Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Salzburg, Robert Holzleitner, am Freitag auf Anfrage erklärte. Bei einer Hausdurchsuchung fanden die Beamten zwar 1.500 Euro, aber keine Waffe.

Die Kellnerin wurde als Zeugin zu dem mysteriösen "Überfall" befragt. Ihren Angaben zufolge hätten sich die zwei Männer damals nach dem Chef des Lokals erkundigt. Sie habe ein ungutes Gefühl gehabt und dessen Bruder angerufen. Als dieser ins Geschäft gekommen sei, habe sie gesehen, wie er den beiden die Tageslosung ausgehändigt habe. Einer der beiden Beschuldigten gab bei der Einvernahme an, der Lokalinhaber schulde ihm 2.000 bis 2.500 Euro. Der Bruder habe ihnen im Geschäft rund 1.500 Euro ausgehändigt.

Die Staatsanwaltschaft ging schließlich im Zweifel davon aus, dass es zu einer Geldeintreibung wegen Spielschulden gekommen sei, ohne Waffe und ohne Gewalt. Das Verfahren gegen die zwei Verdächtigen wurde am 22. Dezember eingestellt.

Quelle: SN

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