Chronik

Nach Unfalltod einer Vierjährigen in Salzburg wird ein 90-jähriger Lenker angeklagt

Die Vierjährige und eine 45-jährige Frau wurden vor einer Kirche von dem Pkw erfasst. Fahrfehler infolge eingeschränkter Fahrtauglichkeit - Vorwurf der grob fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Körperverletzung.

Vor dieser Kirche hatte sich der tragische Unfall ereignet. Im Bild: Sachverständiger Gerhard Kronreif bei der Ermittlung des Unfallherganges. SN/thomas sendlhofer
Vor dieser Kirche hatte sich der tragische Unfall ereignet. Im Bild: Sachverständiger Gerhard Kronreif bei der Ermittlung des Unfallherganges.

Nach einem tragischen Unfall vor der Pfarrkirche Gneis in der Stadt Salzburg am 25. August 2019, bei dem ein vierjähriges Kind von einem Pkw erfasst und getötet worden war, hat die Staatsanwaltschaft Salzburg nun einen Strafantrag gegen den damals 90-jährigen Lenker beim Landesgericht Salzburg eingebracht. Dem Pensionisten wird grob fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen.

Der 90-Jährige holte an jenem Sonntag seine Frau vom Gottesdienst ab. Nachdem diese ins Auto gestiegen war, fuhr der Mann mit dem Wagen plötzlich über den Kirchplatz auf eine Menschengruppe zu und erfasste dabei das syrische Mädchen und eine 45-jährige Frau, die nicht die Mutter des Kindes ist. Die Frau wurde schwer verletzt. Das Kind ist kurz nach Einlieferung ins Krankenhaus gestorben.

Einem kfz-technischen Gutachten zufolge lag bei dem Wagen zum Unfallzeitpunkt kein technischer Defekt vor. Die Ursache der Kollision war "ein Fahrfehler infolge eingeschränkter Fahrtauglichkeit", erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Salzburg, Christoph Rother, am Donnerstag auf Anfrage der APA. Der Pkw war zumindest auf 26 km/h beschleunigt worden, als dieser ungebremst mit den zwei Personen kollidierte. Ein weiteres, medizinisches Gutachten hat dem Beschuldigten eine eingeschränkte Fahrtauglichkeit aus gesundheitlichen Gründen attestiert.

Der Verteidiger des mittlerweile 91-jährigen Beschuldigten, Rechtsanwalt Kurt Jelinek, sagte heute zur APA, dass der Vorfall seinem Mandanten "unendlich leidtut". Der Mann habe seinen Führerschein einige Tage nach dem Unfall freiwillig abgegeben. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest.

Quelle: SN, Apa

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