Chronik

Nach Woche drei: Trio ist rauchfrei

Mit Sport, Stiegenhaus-Wanderungen und einem starken Willen kompensieren drei werdende Nichtraucher ihr Verlangen nach einer Zigarette. Ein Spirometer hält sie bei der Stange.

Symbolbild. SN/APA/HELMUT FOHRINGER
Symbolbild.

Schwindeln geht nicht. Dafür sorgt das Spirometer. Sie wissen nicht, was das ist? Damit lässt sich das Kohlenmonoxid in der Atemluft messen.

Die Probanden blasen dafür in ein Gerät. Das wiederum spuckt dann einen Wert aus, der Aufschluss darüber gibt, wie viel jemand raucht, wie tief er inhaliert und wann er die letzte Zigarette geraucht hat.

"Damit wird sichtbar, wie rasch sich der Körper regeneriert, wenn man das Rauchen stoppt. Für viele Leute ist das ein Ansporn weiterzumachen", sagt Beatrix Höllbacher-Kneip. Die Psychologin betreut werdende Nichtraucher, die "Stadt Nachrichten" begleiten drei von ihnen sechs Wochen lang - so lange dauert die Nichtraucher-Schulung von AVOS Prävention und Gesundheitsförderung.

Aber was heißt "werdend"? Unser Trio ist seit wenigen Tagen rauchfrei. Die 29-jährige Jacqueline Schrott raucht seit Samstag nicht mehr. Bravooo, Jacqueline! Ihren Rauchstopptag legte sie bewusst auf einen Tag, den sie mit ihrem Freund verbrachte. Denn der ist Sportler und kann Raucher nicht ausstehen. Montagvormittag hätte Schrott erstmals große Lust auf einen Tschick verspürt, sagt sie. Und ging zur Kompensation ins Fitnessstudio. Die "Stadt Nachrichten" erreichen sie unmittelbar danach: "Jetzt habe ich mich zwei Stunden lang ausgepowert und bin voll k. o. - eine Zigarette ist jetzt das Letzte, wonach mir ist."

Kollege Josef Kienast hält am längsten durch. Bravooo, Josef! Er raucht seit der ersten Sitzung nicht mehr, klagte aber vor einer Woche über starke Schmerzen im Rücken und den Beinen. Der Hausarzt verschrieb "Tropfen". Die helfen ihm über den Entzug hinweg. "Es ist besser geworden." Am härtesten kommt es ihn nach dem Mittagessen an - aus alter Gewohnheit. Bis jetzt hat er der Versuchung standgehalten. "Es ist eine Frage des Willens", sagt Kienast. Jetzt freut er sich zu hören, was die Leute rundum sagen werden. Speziell dem Start der Minigolf-Saison fiebert er entgegen: "Ich bekomme sicher wieder besser Luft."

Auch Schrott bemerkt diesbezüglich Besserung, wenn sie nun jeden zweiten Tag mit ihrem Freund laufen geht. Mit der Rauchentwöhnung stellt sie andere Lebensbereiche gleich mit um. So hat sie sich für Anfang Mai zum Frauenlauf in Velden angemeldet: "Ich war im Leichtathletikverein und in der Sporthauptschule. Später habe ich den Sport leider stark vernachlässigt. Das soll sich wieder ändern." Beruflich plant sie ebenfalls einen Wechsel. Obwohl ihr der Chef zugestanden habe, während der Entwöhnung nur im Nichtraucherbereich des Lokals zu arbeiten, suche sie bereits nach einer Alternative. "Vielleicht in einer Bäckerei", sagt die Kellnerin.

Der 54-jährige Taxhamer Josef O. - er arbeitet mit Jugendlichen und will anonym bleiben - musste Gewohnheiten ändern, um aufhören zu können. Doch auch er hat es geschafft. Bravooo, Josef! Statt in der Früh als Erstes die Kaffeemaschine anzuwerfen, auf den Balkon zu treten und sich dort eine anzuzünden, steht er jetzt einfach ein paar Minuten später auf. "Untertags ist es hart, alle zwei Minuten denke ich dran", sagt O. - je länger der Tag, desto unruhiger der Mann. Die bisherigen Rauchpausen verbringt er nun im Stiegenhaus auf und ab wandernd. "Ich gehe rauf in den Dachboden, runter in den Keller, wieder hinauf ... Es geht darum, die Situation zu verlassen und diese gefährlichen vier Minuten anders zu nutzen."

Die Gruppe - unsere Raucher treffen sich jeden Dienstagabend in der Elisabethstraße - macht für ihn das Aufhören ein Stück weit verbindlicher. "Ich kenne mich ja: Sonst hätte ich das mit Sicherheit weiter aufgeschoben."

In den letzten zwei Einheiten will Höllbacher-Kneip ihren Schützlingen Entspannungsübungen beibringen und ihnen praktische Tipps mit auf den Weg geben. Eine ausgewogene Ernährung arbeitet etwa Heißhungerattacken entgegen. Vollkornprodukte in Kombination mit viel, viel Wasser und Bewegung sind in dieser Phase zu empfehlen. Und wenn doch einmal ein Stück Schoko, dann bewusst machen und mit Genuss verspeisen ...

Daten & Fakten - Der blaue Dunst:

Das "Don't Smoke" -Volksbegehren für ein totales Rauchverbot in der Gastronomie ist trotz vorübergehender Computerprobleme wegen Überlastung bis Dienstag (Redaktionsschluss) bereits von 200.000 Österreichern unterstützt worden. Für seine Einleitung wären zumindest 8401 Unterschriften nötig gewesen. Ab 100.000 muss das Thema im Parlament behandelt werden. Das ist nun der Fall. Niemand braucht zwei Mal zu unterschreiben. Die jetzt abgegebenen Unterschriften fließen später in das eigentliche Volksbegehren mit ein.

Beim Aufhören gilt: Je früher, desto besser, aber auch: Es ist nie zu spät dafür. Das Krebsrisiko verringert sich in jedem Fall. Der Lungenkrebs gilt nach wie vor als "Killer". Er führt zu mehr Todesfällen als Brust- und Darmkrebs zusammen.

Aufgerufen am 16.12.2018 um 04:26 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/nach-woche-drei-trio-ist-rauchfrei-24517366

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