Chronik

Nächster Fall von Lovescam: Internetfreundschaft mündet in Erpressung mit Nacktfotos

Wieder meldet die Salzburger Polizei einen Fall von schwerem Betrug vor dem Hintergrund einer vermeintlichen Internetfreundschaft - und diesmal geht es auch noch um Erpressung mit Nacktfotos.

Betrugsmaschen mit dem Internet – immer wieder fallen Menschen darauf herein und verlieren fiel Geld SN/imago stock&people
Betrugsmaschen mit dem Internet – immer wieder fallen Menschen darauf herein und verlieren fiel Geld

Nach Angaben der Polizei vom Dienstag war der 50-jährige Oberösterreicher wurde von einer Internetbekanntschaft um Geld gebeten worden. Die vermeintliche Freundin gab an, angeblich 200 Kilogramm Gold geerbt zu haben. Nun brauche sie Geld, um dafür eine Ablöse zu zahlen - und so überwies der Oberösterreicher 17.500 Euro.

Kurz drauf wurden weiter 11.500 Euro gefordert. Das Mann kam dieser Forderung jedoch nicht mehr nach. Daraufhin wurde dem 50-Jährigen mit der Veröffentlichung von Nacktbildern und Nacktvideos gedroht, sollte er nicht 23.000 Euro überweisen. Das Opfer erstattete Anzeige.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Salzburger Polizei einen ähnlichen Fall gemeldet. Ein 58-jähriger Tennengauer war demnach auf die Lügengeschichte einer Internetbetrügerin hereingefallen und hatte der Frau von April bis August insgesamt 100.000 Euro überwiesen.

Die Täterin gab sich laut Polizei als 40-jährige, in den USA wohnhafte Deutsche aus. Sie gaukelte dem Opfer des sogenannten Lovescamming vor, für ihr geerbtes, 131 Kilogramm schweres Gold kein Geld zu besitzen, um dessen "Ablöse" zahlen zu können. Für den Verkauf des Edelmetalls sei in Amerika eine Lizenz notwendig.

Beim Lovescam suchen die Täter in sozialen Netzwerken und auf Online-Partnerbörsen nach potenziellen Opfern. Sie versuchen, über die virtuelle Bekanntschaft eine emotionale Bindung aufzubauen, um dann den verliebten Opfern viel Geld herauszulocken.

Die "Scammerin" hat den Salzburger im März erstmals kontaktiert und ihn offensichtlich ordentlich um den Finger gewickelt. Um die Lügengeschichte mit dem angeblich von ihrem Vater geerbten Gold zu untermauern, übermittelte sie dem 58-Jährigen ein Testament und mehrere Dokumente.

Weiters teilte sie dem Mann mit, dass sie gerade eine Ausbildung zur Krankenschwester absolviere und deshalb keine finanzielle Mittel habe. Der Salzburger ließ sich erweichen, schickte ihr mehrere Geldbeträge und zum Geburtstag ein hochwertiges neues Mobiltelefon. Schließlich schöpfte er doch Verdacht und erstattete am Montag eine Anzeige bei der Polizei.

Schutz vor Internetbetrug:

Die Polizei hat eine Reihe von Verhaltensregeln erstellt, die dazu dienen sollen, Internetbetrügern das Handwerk zu legen:

  • Schützen Sie im Netz Ihre eigene Identität. Sämtliche von Ihnen bekannt gegebenen persönlichen Daten erleichtern dem Täter sein Vorhaben.
  • Vermeiden Sie es unbedingt, persönliche Fotos oder Videoaufnahmen mit dem Täter auszutauschen. Dies erleichtert dem Täter die spätere Umsetzung der Tat, indem er Sie möglicherweise mit der Veröffentlichung derartiger Bilder unter Druck setzt.
  • Einem ersten persönlichen Treffen sollten immer Telefonate vorausgehen.
  • Erste Treffen sollten immer an öffentlichen und/oder gut besuchten Orten stattfinden.
  • Scheuen Sie sich nicht, eine Anzeige zu erstatten; wir alle wissen: "Liebe macht blind!" Das ist auch der Grund, warum Täter die Gefühlswelt des späteren Opfers ausnutzen, um so an deren Geld zu gelangen.

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