Chronik

Naturgefahren und Klimawandel

Wie wirken sich die Folgen des Klimawandels im Pongau aus?

Klimawandel ist Fakt. Thema der Tagung ist, welche Auswirkungen das für unsere Infrastruktur hat“, so der Bischofshofener Geologe Gert Furtmüller .  SN/sw/riedler
Klimawandel ist Fakt. Thema der Tagung ist, welche Auswirkungen das für unsere Infrastruktur hat“, so der Bischofshofener Geologe Gert Furtmüller . 

Durch das Zutun der Menschen hat sich der Klimawandel in den letzten Jahren beschleunigt, was zu einem Anstieg der Temperaturkurven führte.

Wie sich die Klimaveränderungen auf Naturgefahren auswirken, ist Thema der Geotage in Bischofshofen. Organisiert werden diese vom Landesgeologen Rainer Braunstingl und von Gert Furtmüller.

Redaktion: Gert Furtmüller: Wurden früher eher ebene Grundstücke bebaut, so wird jetzt oft in einst gemiedene Hanglagen gebaut. Somit rücken Bauwerke in den Einzugsbereich von Rutschungen und Felsstürzen. Das Auftauen des Permafrostbodens - über ca. 2500 Metern - führt zu einem erhöhtem Steinschlagrisiko für die alpine Infrastruktur wie Höhenstraßen und Wanderwege.

Welche Auswirkungen haben hohe Temperaturen und Trockenheit wie etwa im letzten Jahr?Ein wichtiges Thema unserer Tagung - im vergangenen Herbst sind viele Quellen trockengefallen, auch im Pongau. Wir sehen, dass Zuläufe "versintern", also verkalken und gleichzeitig der Wasserdruck als Folge der niedrigeren Grundwasserspiegel sinkt. Eine regelmäßige Wartung der Quellen und Brunnen wäre daher wichtig.

Wie wirkt sich ein Sinken desDurch das Absinken des Grundwasserspiegels verlieren die Schotterkörper an Stabilität und das führt zu Setzungen und in der Folge zu Rissen in Bauwerken.

Bringen höhere Temperaturen auch mehr Felsstürze mit sich?Ich beobachte zum Beispiel, dass sich Felswände in südlicher Exposition tagsüber schnell auf hohe Temperaturen aufheizen. In der Nacht kühlt der Fels dann wieder ab. Bestimmte Mineralien dehnen sich bei zunehmender Temperatur in eine Richtung stärker aus. Viele Temperaturwechsel lockern so die Oberfläche der Felsen auf und es kann zu Steinschlag kommen.

Müssen deshalb immer mehr Straßen verbaut werden ?Die Zahl der Schutzverbauungen ist sicherlich im Steigen, auch weil die Sensibilität für dieses Thema hoch ist.

Längere Straßensperren aufgrund eines Naturereignisses werden kaum akzeptiert.

Zahlreiche Schutzbauten sind auch in die Jahre gekommen und gehören erneuert.

Es ist unsere Aufgabe, die Infrastruktureinrichtungen entsprechend zu schützen, damit das Risiko bei extremen Wetterereignissen möglichst gering gehalten werden kann.

Die Geotage Bischofshofen zum Thema "Naturgefahren und Klimawandel" finden am 8. und 9. März im Pfarrzentrum Bischofshofen statt. Anmeldungen sind unter gert@furtmueller.eu möglich.

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