Chronik

Naturschutzgebiet von Weltklasse

Das Wildnisgebiet Sulzbachtäler ist mit der IUCN-Kategorie Ib auch international anerkannt worden. Im Rahmen eines Festaktes wurde vorige Woche im Nationalparkzentrum die Urkunde überreicht.

Eine Ahnung, wie ein Wanderer die Sulzbachtäler erlebt, vermittelte beim Festakt Moderatorin Sonja Bettel: "... man steigt über große Felsblöcke, man hört und sieht das mächtige Rauschen des Gletscherbachs, man sieht Vögel und Insekten und mit etwas Glück auch Gämsen oder Rotwild. Links und rechts ragen mächtige Berge in den Himmel, der die meiste Zeit frei von Kondensstreifen ist. Es gibt keinen Weg, höchstens einen Trampelpfad, es gibt keine Hütte, keine Stromleitungen. Und wenn man zum Gletschertor kommt, betritt man Boden, der über sehr lange Zeit unter Eis war und wo jetzt die erste zarte Pioniervegetation auftaucht. Da geht einem so einiges durch den Kopf bei dieser Wanderung: Wie selten das geworden ist. Wir leben in Österreich ja fast zur Gänze in einer Kulturlandschaft. Wir sind verwöhnt durch die Zivilisation, wo immer alles abgesichert und verfügbar ist. Das aber ist Natur, die einfach Natur sein darf."

Damit schreibt der Nationalpark Hohe Tauern einmal mehr Geschichte und spielt nun in der gleichen Liga wie die US-amerikanischen Wilderness Areas Yosemite und Beaver Creek: Die Sulzbachtäler - mit mehr als 6700 Hektar, 17 Gletschern und 25 Dreitausendern - sind nun ein international anerkanntes und geschütztes Wildnisgebiet. Vergeben wird dieses Prädikat unter strengen Kriterien von der Weltnaturschutzunion IUCN.

Basis dafür waren die Grundankäufe durch den Nationalparkfonds, betonte Landesrätin Maria Hutter (ÖVP). "So ein Prozess braucht viele Unterstützer und Know-how. Von Beginn an stand die Landesregierung hinter diesem Vorhaben. Unter der Federführung der Salzburger Nationalparkverwaltung wurde ein umfassender und professioneller Managementplan erarbeitet, mit dem das Wildnisgebiet Realität und unter ganz besonderen Schutz gestellt werden konnte."

Bundesministerin Maria Patek sagte in ihrer Festrede: "Gerade unsere Nationalparks können und sollen als Good-Practice-Beispiele Benchmarks auch hinsichtlich der Wildnis in Europa setzen. Darum haben wir uns als Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus auch intensiv für die Anerkennung der Sulzbachtäler als Wildnisgebiet eingesetzt."

Es ist erst die zweite Auszeichnung dieser Art in Österreich, die erste erhielt 2017 das Wildnisgebiet Dürrenstein im südwestlichen Niederösterreich.

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