Chronik

Neue Dimensionen im Schutzbau

Es ist das größte Schutzprojekt in der Geschichte der Wildbach- und Lawinenverbauung Österreich. 58 Millionen Euro werden im Glemmtal an der Saalach und ihren Seitenbächen investiert.

Die Bagger sind im Martengraben aufgefahren. Ein Murbrecher sowie zwei Filterbauwerke werden errichtet. Das Gerinne an den Unterläufen wird ausgebaut.

Unter die Ansprachen beim Spatenstich vor dem nahen Hotel Marten mischte sich Lkw-Lärm. Bürgermeister Alois Hasenauer (ÖVP) eröffnete: "Es ist ein erfreulicher Tag. Gerade wenn man bedenkt, wie es hier noch vor einem Jahr ausgesehen hat. Allen Beteiligten ist es gelungen, innerhalb kürzester Zeit dieses Riesenprojekt in die Phase der Umsetzung zu bringen."

Die Pläne haben eine gewaltige Dimension. "Mindestens 700 Gebäude und zehn Kilometer Verkehrswege, darunter die L 111 als Lebensader des Glemmtals, erhalten damit Schutz vor Muren und Hochwasser", sagte Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP). Die Errichtung der Schutzmaßnahmen ist über 20 Jahre ausgelegt. 58 Millionen Euro werden bis zum Jahr 2039 investiert. 60 Prozent der Kosten trägt der Bund, 15 Prozent das Land, 25 Prozent (also 14,5 Millionen Euro) stemmen die Mitglieder der Genossenschaft für Wildbach- und Lawinenverbauung Saalbach-Hinterglemm. Deren Obmann ist seit zehn Jahren Siegfried Feiersinger. Er sagt: "Die 25 Prozent machen für unsere 650 Mitglieder eine große Summe aus. Aber was soll man tun? Man kann nicht zurück, muss nach vorn schauen. Es gibt Leute, die fragen, ob es nötig ist. Ich sage: Es ist sehr nötig. Wenn es um das Leben geht, braucht man sowieso nicht rechnen." Die Genossenschaft sei in der Bevölkerung stark verankert, die Zahlungsmoral gut. Ereignisse wie jene im August 2018 (die Verhandlungen für ein großes Schutzprojekt standen damals schon kurz vor dem Abschluss) hätten einmal mehr vor Augen geführt, wie bedeutend die bereits bestehenden Schutzbauten sind. "Dadurch ist uns eine viel größere Katastrophe erspart geblieben."

Unter den Ehrengästen war Maria Patek, Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus. Sie lobte die "schlagkräftige Pinzgauer Gebietsbauleitung" unter der Führung von Gebhard Neumayr und betonte in Richtung Siegfried Feiersinger: "Ich bewundere immer wieder, wie du es schaffst, mit so vielen Leuten in einer Genossenschaft zu arbeiten und allen klarzumachen, welche Projekte erforderlich sind. Und dass die Bewohnerinnen und Bewohner auch etwas dazuzahlen. Das ist für mich gelebte Partizipation und gelebte Verantwortung vor Ort."

Das nun gestartete erste Detailprojekt hat einen Kostenrahmen von 7,9 Millionen Euro. Leonhard Krimpelstätter, der Salzburger WLV-Leiter, berichtete: "Begonnen wird mit Maßnahmen zum Hochwasser- und Geschieberückhalt sowie zur Stabilisierung zahlreicher Rutschhänge. Und die Abflussverhältnisse im Ortsteil Hinterglemm werden verbessert." Danach würden Stück für Stück Baumaßnahmen in der Saalach und in 20 Zubringerbächen in den Fokus rücken.

Es gehe um "wirklich etwas Großes", schilderte Florian Rudolf-Miklau, Leiter der WLV Österreich, eindrücklich. "Um das größte Projekt in der über 130-jährigen Geschichte der Wildbach- und Lawinenverbauung."

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Aufgerufen am 01.12.2021 um 02:41 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/neue-dimensionen-im-schutzbau-78172057

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