Chronik

Neue Dokumentationstechnik hilft Rettern bei Tunnelunfällen

Vier Stunden lang war am Samstagabend der Tauerntunnel für jeden Verkehr gesperrt. 140 Rettungskräfte übten neuerlich den Ernstfall.

Zwölf Tote und 49 Verletzte: Der schreckliche Feuerunfall am 29. Mai 1999 im Tauerntunnel ist auch vielen Feuerwehrleuten noch in Erinnerung. Damals war ein Lastwagen auf eine stehende Pkw-Kolonne aufgefahren. Es kam zu Explosionen, darunter von Tausenden Spraydosen, die ein Lkw geladen hatte. Die Feuerwalze erreichte eine Länge von mehr als einen Kilometer.

Am Samstagabend bot sich den Einsatzkräften bei einer Übung im gesperrten Tauerntunnel bei völliger Dunkelheit ein ähnliches Szenario. Die Annahme: Ein Auffahrunfall von zwei Pkw sowie einem Lkw, dazu noch verletzte Personen im verrauchten Versorgungstunnel.

"Die Zusammenarbeit zwischen den Einsatzorganisationen hat hervorragend funktioniert", sagte der stellvertretende Landesbranddirektor Robert Lottermoser.

Bei diesem Einsatz wurde im Pongau erstmalig ein neues Dokumentationssystem zur Lageführung eingesetzt. Dabei werden im Laufe des Einsatzes die Positionen der Unfallfahrzeuge sowie der eingesetzten Einsatzfahrzeuge sowie Rettungskräfte auf einer zentralen Übersichtskarte geführt und dokumentiert. Die Herausforderung in dieser Dokumentation liegt vor allem darin, dass die Positionsbeschreibungen der Fahrzeuge sowie der Lage im Tunnel ausschließlich über Funk zur Einsatzleitung übermittelt werden können.

"Die Darstellung der eingesetzten Kräfte von Rotem Kreuz und der Feuerwehr ist vor allem bei Rettungseinsätzen mit vielen Einsatzkräften eine wichtige Hilfe bei der gezielten Koordination und ermöglicht ein schnelleres und besseres Entscheiden", so Einsatzleiter und Abschnittsfeuerwehrkommandant Brandrat Christian Lackner über den erfolgreichen ersten Einsatz der neuen Lageführungsmethodik. Zudem werde durch die gezielte visuelle Dokumentation während des Einsatzes auch ein besseres Bild für eine eventuelle nachfolgende Aufarbeitung von Einsätzen sichergestellt.

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