Chronik

Neue Entdeckungen in der größten Eishöhle der Welt

In der Eisriesenwelt wurden wieder neue Höhlensysteme entdeckt. Das spektakulär wachsende Eis zieht unzählige Besucher und Kamerateams an. Die Mitarbeiter hatten bis zur Eröffnung alle Hände voll zu tun.

Der vergangene Winter hat der weltweit größten Höhle, der Eisriesenwelt, vor allem im Eingangsbereich zugesetzt: Seit Anfang März musste von den Mitarbeitern der Weg zum Höhleneingang freigeschaufelt werden. Zwei große Lawinenstriche zerstörten sogar Leitplanken. "Die Schneeräumung war eine Katastrophe", erzählt Alois Rettenbacher, "wir haben uns mit großen Maschinen durch den Schnee gekämpft und wussten gar nicht, wohin damit, der Höhleneingang war komplett zugeschneit und zugeweht."

Beim Eingang betritt man als Erstes die Posselthalle, die mit meterhohem und dickem Sohleneis gefüllt ist. In der Eishöhle zirkuliert kalte Luft. Bizarre Eisformationen glänzen und schimmern türkis oder blendend weiß. Durch unzählige Spalten und Ritzen ist das Höhlensystem mit der Außenwelt verbunden. Ein riesiges Labyrinth an Gängen und Höhlen erschließt sich den Besuchern: "Es ist spannend und erfreulich, was hier jedes Jahr wieder neu entsteht", freut sich Betriebsleiter Rettenbacher.

Seit 1920 ist das Eis um

gut ein Drittel gewachsen

Beim Besuch der PN in der Eisriesenwelt waren - kurz vor Eröffnung - gleich fünf Kamerateams vor Ort. Ein Team dokumentiert die zehn eindrucksvollsten Naturspektakel der Welt, zu denen die Eisriesenwelt zähle, so Rettenbacher. Einer der Höhepunkte der Höhle ist die Hymirhalle, die fast völlig vom Eis ausgefüllt wird. "In diesem Jahr sind unzählige neue Eiszapfen und Skulpturen entstanden. Gut, wenn der Winter sehr kalt ist", betont er, "und wenn gewisse Spalten nicht zufrieren, dann kann auch Wasser reintropfen." Und so entstehen neue spektakuläre und funkelnde Eisskulpturen.

Vor 140 Jahren, als die Höhle damals offiziell entdeckt wurde, war sie am Eingang eisfrei. "Wenn die Klimaerwärmung nicht zu stark ist, dann kann das Eis in der Höhle weiterwachsen." Alois Rettenbacher zeigt bei der Hymirburg auf ein Eisgebilde mit einem Umfang von gut 40 Metern. Eis wächst und vergeht, je nachdem, welche Bedingungen und Temperaturen draußen herrschen. Über Öffnungen sind die Grotten und Spalten mit den Jahreszeiten verbunden, Wasser kann eindringen - und im Winter eiskalte Luft. "Seit 1920 haben wir um etwa ein Drittel mehr Eis als früher."

Neues Höhlensystem mit Hunderten Bärenknochen

Ein weiteres Kamerateam von Servus TV ist mit dem Pongauer Extremkletterer Rudi Hauser vor Ort. Gefilmt wird gerade bei der letzten Station, im Alexander-von-Mörk-Dom: "In der Zwischenkriegszeit wurde hier eisgelaufen und Olympiateilnehmer trainierten dort", weiß Rettenbacher. Hauser klettert, für spektakuläre Aufnahmen, das Eis hoch.

"Es werden so immer wieder neue Höhlensysteme entdeckt. Erst vor Kurzem haben Höhlenforscher eine neue Verbindung bis zum Pass Lueg erforscht. Auch ein weiteres neues Höhlensystem wurde entdeckt. Man fand im letzten Teil davon Hunderte Bärenknochen."

Anton von Posselt gilt als Entdecker dieser Höhle. Er schaffte es 1879 allerdings nur rund 200 Meter rein ins dunkle Eis, bis zum Posselt-Eisturm, "trotzdem eine gewaltige Leistung mit der Ausrüstung dieser Zeit".

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