Chronik

Neuer Blick auf die Landwirtschaft und den eigenen Hof

Als einer von drei Lammertalern hat Rocherhof-Bauer Josef Quehenberger kürzlich die Ausbildung zum Landwirtschaftsmeister abgeschlossen. Seinen eigenen Hof lernte er dabei noch intensiver kennen.

Josef Quehenberger auf der Rocheralm, die seit dem 18. Jh. im Familienbesitz ist. SN/sw/Strübler
Josef Quehenberger auf der Rocheralm, die seit dem 18. Jh. im Familienbesitz ist.

Als Bauer ist Josef Quehenberger ein Spätberufener. Der 38-jährige Abtenauer lernte zunächst technischer Zeichner und arbeitete bei Voglauer im internationalen Vertrieb. Erst als er 2012 zum ersten Mal Vater wurde, sattelte er auf Landwirt um. "Dass ich einmal Bauer sein würde, war für mich aber immer schon klar", sagt Quehenberger. "Als meine Frau schwanger wurde, war es dann so weit."

Möglich machte diesen Schritt die Tatsache, dass neben ihm auch noch seine Eltern, die Großmutter und Ehefrau Astrid auf dem Rocherhof und der dazugehörigen Rocheralm im Abtenauer Ortsteil Unterberg tätig sind.

Weil ihm die nötige Fachausbildung fehlte, holte er 2011 den "Landwirtschaftlichen Facharbeiter" nach. "Damit hat man einen ganz guten Überblick über die landwirtschaftlichen Teilbereiche", so Quehenberger. 2015 nahm er dann die Ausbildung zum Landwirtschaftsmeister in Angriff, die er kürzlich zusammen mit über 50 weiteren Landwirten aus dem Bundesland Salzburg - darunter auch der Scheffauer Johann Schorn und der Abtenauer Roland Schnitzhofer - erfolgreich abgeschlossen hat.

Business-Plan und Zukunftsstrategie für den Hof

Anders als bei der Ausbildung zum Landwirtschaftlichen Facharbeiter werden beim Landwirtschaftsmeister neben den Fachbereichen auch Recht und Betriebswirtschaft intensiv behandelt. Als Diplomarbeit mussten die Absolventen einen "Business-Plan" samt Zukunftsstrategie für den eigenen Hof erstellen. "Als kurzfristige Maßnahme habe ich dabei für mich beschlossen, die Kälber länger am Hof zu behalten, sie zu mästen und dann selbst zu vermarkten, anstatt sie an den Händler zu verkaufen", sagt Quehenberger. Durch die während der Ausbildung entstandenen Kontakte zu anderen Landwirten hat sich seine Sicht auf bäuerliche Großbetriebe geändert. "Früher war ich sehr kritisch. Heute weiß ich, dass Landwirtschaft nicht dogmatisch zu sehen ist. Jeder Betrieb ist anders." Längerfristig habe er durch die Ausbildung ein konkreteres Bild vor Augen. "Ohne ein solches trifft man oft Entscheidungen aus einer Emotion heraus."

Seltene Nutztiere auf dem Arche-Hof

Wohlüberlegt war seine Entscheidung, mit der Übernahme des Hofes im Vorjahr zum Arche-Hof zu werden. Als solcher muss der Rocherhof seltene Nutztierrassen beherbergen. Derzeit leben 25 Pinzgauer Rinder, sechs braune Bergschafe samt Nachwuchs sowie ein Norikerpferd am Hof. Hier produziert er Rindergeselchtes, Rindfleischwurst und Hartwürste aus Schafsfleisch. Im Sommer kommt eine Putenmast hinzu. "Ich bin froh, dass wir in Österreich kritische Konsumenten haben, die hochwertige Lebensmittel wertschätzen", betont Quehenberger.

Die Ausbildung zum Landwirtschaftsmeister an der Land- und forstwirtschaftlichen Lehrlings- und Fachausbildungsstelle empfiehlt Quehenberger seinen Kollegen weiter: "Ich würde es wieder machen." Finanzielle Vorteile dürfe man sich aber nicht erwarten. "Hätten nicht meine Eltern und meine Frau die Arbeit am Hof gemacht, während ich in der Ausbildung war, hätte es nicht funktioniert. Der größte Nutzen der Ausbildung ist die intensive Beschäftigung mit dem eigenen Betrieb."

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