Chronik

Neuer Daten-Experte ist in Salzburg gelandet

Die Universität Salzburg hat einen neuen Professor: Christian Borgelt arbeitet seit dem Wintersemester 2018/19 als Professor für Data Science. Was ihn an Daten fasziniert.

Christian Borgelt kommt aus Westfalen.  SN/privat
Christian Borgelt kommt aus Westfalen.

Die Stiftungsprofessur ist auf fünf Jahre begrenzt und wird von Stadt und Land mit je € 250.000,-, von der Industriellenvereinigung Salzburg mit € 15.000,- unterstützt. Anschließend soll die Professur selbst genügend Drittmittel eingeworben haben, um sich weiter zu finanzieren.

Wir alle produzieren im Alltag eine Vielzahl von Daten, so zum Beispiel beim Einkauf im Supermarkt. Aus diesen Datenmengen ziehen Data Scientists relevante Informationen. "Daten allein sagen noch nichts. Erst dadurch, dass man in diesen Daten Strukturen findet, kann man zu Einsichten gelangen, die auch nützlich sind, sei es in der Forschung oder in der Wirtschaft", erklärt Christian Borgelt. Daten, Methoden und Algorithmen üben schon immer eine große Faszination auf den 51-Jährigen aus. "Ausgehend von scheinbar strukturlosen und manchmal geradezu chaotischen Daten lassen sich mit den richtigen Methoden höchst interessante Zusammenhänge und unvermutete Regelmäßigkeiten entdecken", so der in Bünde, Westfalen, geborene Forscher.

Seit zwei Jahren gibt es den Studiengang Data Science an der Uni Salzburg. Diesen mit aufzubauen stellt einen großen Reiz für Borgelt dar. "Ich bin der Auffassung, dass die Universität, Land und Stadt Salzburg sehr von diesem Studiengang profitieren kann - durch die Absolventinnen und Absolventen und Wissenstransfer in Industrie und Handel", bekräftigt der 51-Jährige. Bei seiner Entscheidung, sich um die Professur in Salzburg zu bewerben, konnte auch die Stadt an sich punkten. "Salzburg ist natürlich sehr reizvoll. Da ich vorher an der Universität Konstanz am Bodensee war, wollte ich mich durch einen Wechsel nicht verschlechtern und mit Salzburg ist mir das gelungen", fügt er schmunzelnd hinzu.

Nach den ersten Wochen hat er bereits sehr positive Erfahrungen gesammelt. "Ich bin in beiden Fachbereichen, der Mathematik und der Computerwissenschaft, sehr herzlich aufgenommen und schnell integriert worden", berichtet er. Nicht nur mit seinen Kolleginnen und Kollegen, sondern auch Richtung Wirtschaft möchte Borgelt sich vernetzen. "Die Möglichkeiten in Salzburg, speziell auch für Industriekooperationen, sind höchst vielversprechend und auch hier bin ich bereits eingebunden worden."

Kurzlebenslauf Christian Borgelt

Christian Borgelt wurde 1967 in Bünde in Westfalen geboren. Nachdem er in Braunschweig Informatik und Physik studierte, promovierte er 2000 an der Universität Magdeburg mit einer Arbeit über das Lernen graphischer Modelle aus Daten. Er habilitierte sich 2006 für Informatik mit einer Schrift über Clustering und Klassifikation. Außerdem arbeitete er an Industrieprojekten mit Volkswagen, Deutscher Sparkassen- und Giroverband, Tripos, etc.

Im April 2006 übernahm Borgelt die Leitung der Forschungseinheit "Intelligente Datenanalyse und Graphische Modelle" des damals neu gegründeten "European Centre for Soft Computing" in Mieres, Spanien. Ab 2016 war er freiberuflicher IT-Berater für u.a. Liebherr Werk Nenzing, von April 2017 bis September 2018 Vertretungsprofessor an der Universität Konstanz. Seit Oktober 2018 ist Christian Borgelt nun Professor für Data Science an der Universität Salzburg. Bisher veröffentlichte Borgelt ca. 160 Aufsätze auf nationalen und internationalen Konferenzen, Workshops sowie in Büchern und Zeitschriften.

Was ist Data Science?

Die Universität Salzburg bietet seit 2016 - damals als erste österreichische Universität - den interdisziplinären Masterstudiengang Data Science an.
Hinter dem Begriff Data Science steckt eine auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragte Mischung aus Grundkenntnissen in klassischer angewandter Statistik, Data Analytics, Big Data, Business Analytics, Business Intelligence, vielen Bereichen der Informatik, sowie auch rechtlichen und ethischen Grundlagen. Data Scientists agieren an der Schnittstelle von Statistik und Informatik. Sie sind in der Lage aus riesigen Datenmengen relevante Informationen zu ziehen und mit Hilfe von Werkzeugen der klassischen Statistik die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Quelle: SN

Aufgerufen am 18.10.2019 um 01:32 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/neuer-daten-experte-ist-in-salzburg-gelandet-61236307

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