Chronik

Neuer Verkehrsknoten macht nicht nur Freude

Die ÖBB investieren 70 Millionen Euro in den Nahverkehrsausbau zwischen Neumarkt und Friedburg. In Straßwalchen fühlt man sich trotz der Modernisierung der Haltestelle Steindorf benachteiligt.

Nicht ohne Dissonanzen verlief die Feier zum Start des Ausbaus des Bahnhofs Neumarkt-Köstendorf zur neuen Verkehrsdrehscheibe des Flachgaus vergangene Woche. Obwohl der nur zwei Kilometer entfernte Bahnhof Steindorf ebenfalls modernisiert wird, konnte sich Straßwalchens Bürgermeisterin Tanja Kreer (SPÖ) nur bedingt freuen. "Wir haben kein Problem mit dem Knoten Neumarkt und der Modernisierung, für Straßwalchen ist die Situation aber nicht einfach, weil der Pendlerverkehr auf der Straße durch den Ort jetzt nach Neumarkt fließt. Dort sind aber bereits um 7.30 Uhr die Parkplätze voll." Auch nach einem nachfolgenden Gespräch im Büro von Verkehrslandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) mit Vertretern von ÖBB, Verkehrsverbund und Gemeinde Straßwalchen zog Tanja Kreer ein enttäuschtes Resümee. "Wir haben heftig diskutiert, aber unser Anliegen wurde abgetan. Jeder Pendler sieht das Problem, aber die ÖBB sehen es nicht. Wir hoffen jetzt noch auf ein Gespräch mit Landesrat Schnöll, der an diesem Tag erkrankt war", so Bgm. Kreer. Während der Bauphase würden am Bahnhof Neumarkt-Köstendorf 150 Parkplätze wegfallen. "Dennoch wird Steindorf nicht voller werden. Wir brauchen mehr Zughalte in Steindorf. 2017 hatten wir noch 85 Halte, jetzt sind es 56. Nach dem Endausbau sind es nur mehr 32. Das ist eine Katastrophe für die Region. Wir wollen in Steindorf mit dem Inselbahnsteig auch die Anbindung Richtung Linz nicht verlieren. Wir bräuchten einen breiteren Bahnsteig und andere Weichen. Das würde natürlich mehr kosten, aber man muss ja langfristig denken", meint die Bürgermeisterin.

ÖVP-Verkehrssprecher LAbg. Simon Wallner betonte in Vertretung von Landesrat Schnöll beim Baustart die Bedeutung des neuen Verkehrsknotens in Neumarkt, meinte aber: "Wir wollen das beste für die Region herausholen. Der Knoten Steindorf und die Anbindung des Regionalverkehrs ist noch zu diskutieren." Neumarkts Bürgermeister Adi Rieger (ÖVP) verwies auf die gute Zusammenarbeit mit Straßwalchen, es sei aber die richtige Entscheidung gewesen, den Bahnhof Neumarkt-Köstendorf auszubauen. "Im Vorjahr haben sich die Fahrgastzahlen in Neumarkt verdoppelt. Man muss das Projekt im Gesamten betrachten."

Für den Ausbau wird das Gleis der Mattigtalbahn um zwei Kilometer von Steindorf nach Neumarkt verlängert. Neben einem Inselbahnsteig wird in Neumarkt auch ein Randbahnsteig errichtet. Am Vorplatz erleichtert ein Busterminal die Anbindung der Regionalbuslinien. Steindorf erhält einen neuen Inselbahnsteig, der barrierefrei durch einen Tunnel erreichbar ist. Bis 2021 soll auch die Elektrifizierung der Mattigtalbahn bis Friedburg fertig sein. Die ÖBB investieren rund 70 Millionen Euro in das gesamte Projekt. ÖBB-Sprecher Robert Mosser betont, dass das Gesamtprojekt gemeinschaftlich beschlossen und seit zwei Jahren in allen Details kommuniziert wurde. Künftig werde es ein stark verbessertes Angebot an den Stationen Neumarkt-Köstendorf und Straßwalchen West geben. "Man muss sehen, dass es sehr kurze Abstände zwischen den Stationen gibt. Zusätzlich wird ein Radweg zwischen Steindorf und Neumarkt-Köstendorf errichtet", so Mosser. Um die Pendlerströme aus Oberösterreich abzufangen, würden mit der Elektrifizierung der Mattigtalbahn bis Friedburg zusätzliche Park-&-Ride-Plätze geschaffen. Die zu erwartenden Fahrgastzahlen der neuen S-Bahn-Linie nach Friedburg würden den Bau eines zweiten Inselbahnsteigs in Steindorf nicht rechtfertigen. Er würde auch den wichtigen Güterumschlagplatz Steindorf einschränken und sehr hohe Kosten verursachen.

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