Chronik

Neues Gipfelkreuz aus Glas auf der Schartwand im Tennengebirge

Knapp zwei Jahre nach der Zerstörung des ersten Glaskreuzes wurde nun dank Sponsoren ein noch stabileres Kreuz auf den Gipfel geflogen. Initiator Roland Steiner sieht es als "spirituellen Schutz für Wanderer und Bergsteiger".

Am 28. April 2010 wurde das erste Glasgipfelkreuz auf der 2339 Meter hohen Schartwand im Tennengebirge von dem Initiator und Alpinisten Roland Steiner aufgestellt. Das mediale Interesse war damals durch die Weltpremiere (erstes gläsernes Gipfelkreuz) sehr hoch und es gab unzählige Berichte in ganz Europa zu dieser Errichtung.

Doch dann der Schock. Roland Steiner erinnert sich: "Am 19. Jänner 2017 bekam ich die erste Information von einer Freundin, dass Ihr Freund das gläserne Gipfelkreuz am Boden liegend vorgefunden hat. Am nächsten Tag machte ich selbst einen Lokalaugenschein. Um die Ursache feststellen zu können, wurde das kaputte Gipfelkreuz mit dem Hubschrauber zu Tal gebracht, um es im Werk der Firma Glas Gasperlmair zu untersuchen. Die Prüfung und die Rekonstruktion sowie das Bruchbild ergaben eindeutig eine äußere Einwirkung am Gipfelkreuz. Eine Vermutung zu einer vorsätzlichen Handlung (Vandalismus) gibt es weder von R. Steiner noch von den vielen und intensiven Ermittlungen der Polizei. Man geht nach wie vor von einer fahrlässigen Handlung aus."

Neues Glaskreuz ist noch robuster

Nun konnte dank Sponsoren eines zweites, robusteres Glaskreuz hergestellt und auf den Gipfel geflogen werden. Alpinist Roland Steiner über das neue Gipfelkreuz: "Das gläserne Gipfelkreuz wurde im Werk der Firma Glas Gasperlmair GmbH in Wagrain produziert. Es wurde mit einen speziellen hochwertigen Produktionsverfahren von VSG (=Verbundsicherheitsglas) aus TVG sorgfältig hergestellt. TVG bedeutet - teilvorgespanntes Glas, es wird einem thermischen Vorspannprozess unterzogen. Der Abkühlvorgang vollzieht sich bei TVG jedoch langsamer. Dadurch kommt es zu geringeren Spannungsunterschieden im Glas und bietet zusätzliche Sicherheit.

Das neue Glaskreuz besteht aus drei "VSG-TVG Scheiben" mit je 12 mm und hat eine Gesamtstärke von 3,8 cm. Das Kreuz selbst ist 2,5m hoch und 1,4 m breit.
Das Gesamtgewicht des gläsernen Gipfelkreuz bewegt sich bei rd. 250 kg." Festzuhalten sei noch, dass dieses gläserne Gipfelkreuz (alt wie neu) statisch für Windgeschwindig-keiten bis rund 300 km/h und Temperaturen unter minus 75 Grad ausgelegt und berechnet wurde, somit könne dieses Glaskreuz spielend leicht den zu erwartenden Wind- und Wetter Verhältnissen trotzen.

Neben den zahlreichen Helfern bedankte sich Roland Steiner auch bei Roy Knaus, dem Eigentümer der Heli Austria GmbH, der die Kosten für die Hubschrauberflüge übernommen und bei der Umsetzung der Mission "Gläsernes Gipfelkreuz" so tatkräftig mitgewirkt habe.

Quelle: SN

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