Chronik

Neues Teleskop: Das Herzstück der Sternwarte ist gelandet

Selbst Astronauten der Raumstation ISS lassen sich damit erspähen: Am Haunsberg steht eines der leistungsstärksten Teleskope Europas.

"Bislang hat es nur so ausgesehen, aber jetzt ist es wirklich eine Sternwarte." Helmut Windhager, Leiter der Arbeitsgruppe für Astronomie am Haus der Natur, strahlte am Montag mit der Sonne um die Wette. Ein Kran hob am Vormittag zwei Teleskope auf das Dach des neuen Observatoriums am Haunsberg. "Das Herzstück der neuen Warte ist endlich da", sagt Windhager.

Das größere der beiden Teleskope hat einen Spiegeldurchmesser von einem Meter. Es steht in einer großen Kuppel, die sich vollständig öffnen lässt. Das große Fernrohr soll einen völlig neuen Blick auf das Weltall ermöglichen: "Bei klarer Sicht lässt sich die Raumstation ISS sehen - samt einem Astronauten, der gerade aussteigt", sagt der Astronom. Das zweite Teleskop der Sternwarte hat einen Spiegeldurchmesser von 400 Millimetern. Das kleinere Modell ermöglicht es, sehr große Himmelsobjekte wie die Sonne oder den Mond gänzlich darzustellen. Das Teleskop steht in einer Spaltkuppel, die besten Windschutz ermöglichen soll. Die gesamte astronomische Ausrüstung der neuen Sternwarte hat einen Wert von knapp 800.000 Euro.

Gefertigt hat beide Teleskope die oberösterreichische Firma ASA (Astrosysteme Austria). Das größere der beiden Geräte ist ein Prototyp, wurde speziell für die Salzburger Sternwarte gebaut. Sieben Monate werkten die ASA-Techniker an dem Fernrohr. "Zuvor waren acht Monate Planung und Konstruktion nötig", sagt Geschäftsführer Egon Döberl. In den vergangenen zwei Wochen lief das Teleskop in den Räumlichkeiten der ASA bereits im Testbetrieb. "Die Bilder sind atemberaubend", sagt Döberl. Ein ähnliches Gerät liefert die Firma demnächst an die NASA aus.

Arbeiter montierten und verkabelten am Montagnachmittag am Haunsberg die Teleskope. Die genauen Justierungen erfolgten erst in den Abendstunden. Für die exakten Einstellungen benötigt man Dunkelheit und klare Sicht. "Läuft alles nach Plan, können wir gegen 2 Uhr erstmals durch das Teleskop schauen", sagt Windhager. Interessierte können dies am Samstag tun. Dann lädt das Haus der Natur zum Tag der offenen Tür. Am 20. August steigt die erste Führung.

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