Chronik

Nikolaus kommt in Coronazeiten mit dem Feuerwehrauto

Der Nikolaus hat von der Regierung grünes Licht bekommen. In Salzburg steht er in den Startlöchern. In Hof kommt er im Feuerwehrauto.

. Das Aufatmen ist groß, sowohl bei den Untersberg Perchten als auch bei Josef Sams, Pfarrer in Hof. Und wohl auch bei vielen Kindern im ganzen Bundesland. Am Mittwoch gab die Regierung bekannt, dass die Kinder in Coronazeiten nicht auf den Nikolaus verzichten müssen. "Gerade für Kinder war dieses Jahr mit Abstandhalten, Verzicht und Einschränkungen eine enorme Belastung", wird Bundeskanzler Sebastian Kurz in einer schriftlichen Stellungnahme zitiert. Die Regierung wird den Nikolo darum explizit in die "Rechtliche Begründung" zur COVID-19-Notmaßnahmenverordnung aufnehmen. Die Details der Nikolaus-Regelung stehen noch aus.

Der Nikolaus kann kommen - mit Abstand

Egal, Vater und Sohn Viktor Pletschacher junior und senior aus der Stadt Salzburg freuen sich und sind bereit. "Wir haben uns überlegt, wie wir heuer als Nikolaus und Krampus bei den Kindern sein können", so Pletschacher junior. Man werde alle Abstands- und Hygieneregeln einhalten, nicht nur zu den Kindern, auch untereinander.

"Darum werden der Nikolaus, die zwei Krampusse und die Helfer in separaten Autos unterwegs sein, damit wir uns nicht zu nahe kommen." Gegebenenfalls werde man unter der Krampusmaske noch einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn man untereinander nicht genügend Abstand halten könne.

Für den Fall, dass es mit Hausbesuchen nicht klappt, hat der Obmann der Untersberg Perchten eine Lösung parat. "Mein Vater hat Videos gemacht, die wir am Nikolaustag zu den Kindern schicken." Doch das sei nun hoffentlich nicht nötig.

Bei den Pletschachers ist die Erleichterung groß. "Wir hatten viele Anfragen, haben 18 Hausbesuche fixiert. Es wäre traurig gewesen, wenn das heuer nicht möglich gewesen wäre."

In Hof fährt der Nikolo mit dem Feuerwehrauto vor

Auch in Hof hat man sich Gedanken gemacht, wie man trotz Pandemie den Kindern am Nikolaustag eine Freude machen kann. Vor allem Pfarrer Josef Sams. Er will heuer den mobilen Nikolaus geben und mit dem Feuerwehrauto durch die Straßen von Hof fahren.

Der Geistliche plant, sich am 5. und 6. Dezember in voller Nikolaus-Montur durch die Straßen chauffieren zu lassen. "Je zwei Stunden lang werde ich nach einem festen Zeitplan in fast jeden Winkel vordringen." Über Lautsprecher will er all jene begrüßen, die ihre Türen und Fenster öffnen. "Ich werde ihnen erzählen, dass ich der Bote vom Nikolaus bin und ihnen von seinen gütigen und freundlichen Taten berichten."

Zuckerlstreuer wolle er aber keiner sein. "Ich bringe den Kindern keine Nikolaussackerl mit, aber ich habe eine liebevolle und freundliche Botschaft für sie im Gepäck." Als Erkennungszeichen für diese besondere Ausfahrt wird der Bischofsstab dienen, der am Feuerwehrauto befestigt werden soll.

In der Osterzeit sei eine ähnliche Aktion in Hof ein voller Erfolg gewesen. Damals ist der Pfarrer ebenfalls im Feuerwehrauto durch den Ort gefahren und hat so die Palmbuschen der Bevölkerung geweiht. "Es war ein strahlend schöner Tag und die Menschen sind aus ihren Häusern gekommen, teils hatten sie sogar ihr Festtagsgewand an."

Erzdiözese Salzburg sendet Videobotschaft

Auch die Erzdiözese Salzburg reagiert auf den diesjährigen besonderen Nikolaustag. Auf der Internetplattformen www.trotzdemnah.at sammelt sie im Lockdown alle Angebote der Kirche. Dort findet sich auch eine Videobotschaft, in der sich der Nikolaus mit folgenden Worten an die Kinder wendet: "Leider kann ich heuer nicht persönlich zu euch kommen. Ich möchte euch erinnern an das, was mir wichtig ist - dass wir alle gut aufeinander schauen, miteinander teilen und einander helfen, wo es geht." Zudem finden sich dort Bausteine für Nikolaus-Familienfeiern, Bastelanleitungen und Geschichten.

Aufgerufen am 23.01.2021 um 10:59 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/nikolaus-kommt-in-coronazeiten-mit-dem-feuerwehrauto-96138700

Kommentare

Schlagzeilen