Chronik

Noch geht es den Fischen gut

Die Dauerhitze lässt die Wassertemperaturen der heimischen Seen nach oben schnellen. Spitzenreiter ist der Wallersee. Höchstwert: 29,4 Grad. Seit Anfang Juli fiel sein Pegel um 26 cm.

Berufsfischer Christoph Kapeller und sein Großvater Christian Kapeller haben am Wallersee immer wieder mit heißen Sommern und niedrigen Wasserständen zu kämpfen. SN/sw/mamo
Berufsfischer Christoph Kapeller und sein Großvater Christian Kapeller haben am Wallersee immer wieder mit heißen Sommern und niedrigen Wasserständen zu kämpfen.

Die lang andauernde Hitze ist auch für die Fischer am Wallersee anstrengend, aber nicht außergewöhnlich. "Den Fischen geht es immer noch gut, und das wundert uns wirklich. Die Lebensbedingungen im See sind sogar besser als im Vorjahr", sagt Christian Kapeller, Seniorchef der Fischerei Kapeller in Seekirchen. "Der Sauerstoff reicht bis in Tiefen von 13 bis 14 Meter. Was viel ist. Im Vorjahr waren es nur acht Meter. Auch der Phosphorgehalt des Wallersees ist um die Hälfte niedriger als im Vorjahr", ergänzt Enkelsohn und Berufsfischer Christoph Kapeller. Die gute Wasserqualität komme laut den Berufsfischern vom geringen Niederschlag. Der Nährstoffeintrag halte sich dadurch in Grenzen.

Der 89-jährige Christian Kapeller fährt schon sein ganzes Leben lang täglich auf den Wallersee hinaus. Er weiß, auch früher gab es immer wieder extreme Sommer, warme Seen und wenig Wasser, weil Schnee und Regen im Frühjahr ausgeblieben sind.

"Hätten wir die Seespiegelanhebung ab Mitte der 90er-Jahre nicht gehabt, dann könnten wir heuer über die Fischach nicht einmal auf den See hinausfahren. Ausreichend Wasser hatten wir das letzte Mal 1991", so Kapeller. Für einige Fischarten stellt der geringe Wasserpegel ein großes Problem dar. "Hechte, Karpfen und Brachsen sind auf überflutete Schilfbereiche zum Ablaichen angewiesen. Ist zu wenig Wasser, dann bedeutet das, dass sich der Bestand nicht mehr auf natürliche Weise vermehren kann und nachbesetzt werden muss", so Christoph Kapeller.

Opa Christian sieht eine weitere Gefahr: "Es kann passieren, dass die Brachsen aussterben. Aufgrund der Klimaerwärmung ist der See einfach zu warm. Die Brachsen suchen sich am Grund ihre Nahrung. Ist dort kein Sauerstoff, dann verhungern sie." Die Berufsfischer bleiben aber positiv. "Die Hitze wird erst dann ein Problem, wenn das Wetter noch lange so bleibt", sagt Christoph Kapeller.

Martin Priewasser vom Gewässerschutz des Landes bestätigt die Eindrücke der Fischer. Die hohen Temperaturen könnten langfristig zu Problemen führen. Im Wallersee wurden Ende Juli schon knapp 30 Grad Wassertemperatur erreicht. "Wenn die obere Schicht zu warm ist und zu wenig Sauerstoff bietet und auch die untere Schicht einen Sauerstoffmangel aufweist, kann es für die Fische eng werden. Die Wasserschicht, in der es für die Fische passt, wird immer kleiner. Ein Fischsterben könnte die Folge sein", so Priewasser. Durch die lang anhaltende Wärmephase verzögere sich die Durchmischung des Seewassers. Auch das Algenwachstum werde durch die Wärme begünstigt. Eine verstärkte Algenblüte wurde bisher aber noch nicht gemeldet. "Das kann sich aber sehr schnell ändern. Die Algenblüte hängt von vielen Faktoren ab, auch davon, wie viele Nährstoffe in den See eingebracht werden. Eine Vorhersage, wann es zu einer Algenblüte kommt, kann man nicht treffen", so Priewasser. Ein unschönes Bild könnten aber abgestorbene Algen bieten, die vom Wind ans Ufer getrieben werden. Dabei kann es auch zu Schaumbildung kommen.

Von der für Freitag angekündigten Kaltfront erwartet sich Priewasser wenig Änderung der Lage. "Da müsste die Temperatur schon unter 20 Grad fallen, aber das ist derzeit nicht in Sicht."

Aufgerufen am 15.12.2018 um 11:52 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/noch-geht-es-den-fischen-gut-38531053

Der neue Stadtbus fährt gratis

Der neue Stadtbus fährt gratis

Seit 10. Dezember zieht in Seekirchen mit der Linie 125 wochentags ein eigener Stadtbus seine Runden und bindet auch die Ortsteile Sonnensiedlung und Mödlham an. Am Montag drehte der neue Stadtbus seine …

Damit die Welt ein Stück gerechter wird

Damit die Welt ein Stück gerechter wird

Wolfgang Heindl aus Irrsdorf arbeitet seit 18 Jahren für SEI SO FREI, die entwicklungspolitische Aktion der Katholischen Männerbewegung. Es hat an seinem Gerechtigkeitsempfinden gekratzt, dass Menschen nicht …

Karriere

Top Events

Schlagzeilen