Chronik

"Notensystem ist ein Schritt nach vorne"

NRAbg. Gertraud Salzmann (ÖVP) sieht viele Pluspunkte im vorgestellten Bildungspaket. Kritik gibt es hingegen von den Kinderfreunden.

Seit einem Jahr im Nationalrat: Gertraud Salzmann.   simo
Seit einem Jahr im Nationalrat: Gertraud Salzmann.  

Kürzlich stellte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) sein Bildungspaket vor. Einiges davon ist umstritten, bei Gertraud Salzmann, ÖVP-Abgeordnete zum Nationalrat, findet es großen Anklang. So sei die ab dem Schuljahr 2019/20 beabsichtigte Wiedereinführung von Ziffernnoten an Volksschulen "ein Schritt nach vorne", sagt die Saalfeldenerin. "Kinder, die verbal beurteilt werden, fragen ab der zweiten Klasse: ,Was wäre das für eine Note?' Und zusätzlich kann ja weiterhin verbal beurteilt werden." Wichtig sei es, mehr auf die Stärken der Schüler zu achten. Vor Beginn der Volksschule werde geschaut, ob das jeweilige Kind dafür reif sei. Und ab der zweiten Klasse können Kinder wieder sitzen bleiben. Wichtig ist Salzmann weiters, "dass Eltern mehr eingebunden werden".

Erfreut sei sie, dass es weiterhin Sonderschulen geben wird. "Die integrative Schule ist gut, aber nicht für alle möglich. Es gibt Kinder, die einen hohen Förderbedarf haben. Schön wäre es aber, wenn alle Kinder unter einem Dach sein könnten."

Neu wird auch einiges an der Neuen Mittelschule. Sie verliert unter anderem das "neu" und ab der zweiten Klasse gibt es zwei Leistungsniveaus. "Die Schulstandorte sind sehr unterschiedlich, in Wien gibt es sehr heterogene Klassen, die kann man nicht mit unseren vergleichen. Es sollte für die einzelnen Schulen mehr Wahlfreiheit geben, die Lehrer wissen am besten, was es für ihren Standort braucht." Salzmann sagt klar "Ja" zur Begabtenförderung. "Man soll Kinder fördern und fordern."

Auch Landesrätin Maria Hutter (ÖVP) ist angetan vom Bildungspaket. Die "gut geplante Reform" gehe in die richtige Richtung, sagt die Bruckerin.

Kritik daran kommt hingegen von Cornelia Schmidjell. Die Landesvorsitzende der SPÖ-nahen Kinderfreunde sagt: "Das ist Pädagogik von vorgestern." Das mögliche Sitzenbleiben ab der zweiten Schulstufe erzeuge Angst bei den Kindern vor der Schule und erzeuge Leistungsdruck. Wer sitzen bleibt, werde oft monatelang gehänselt. "Angst, Stigmatisierung und Druck halten wieder Einzug."

Pendeln zwischen Nationalrat und Gymnasium

Bildung ist das Fachgebiet von Gertraud Salzmann, der früheren AHS-Professorin. In diesem Bereich hat sie auch ihre erste Parlamentsrede gehalten, gleich an ihrem ersten Tag im Nationalrat vor rund einem Jahr. "Es ging um die Zentralmatura. Ich habe einen Antrag eingebracht und er wurde angenommen, damit hatte ich sofort ein Erfolgserlebnis."

Die Saalfeldenerin ist im Nationalrat in den Ausschüssen der Bereiche Bildung, Justiz, Bauten und Wohnen sowie Tourismus tätig - "in diesen habe ich mich hineinreklamiert, der Tourismus ist für den Pinzgau ja ganz besonders wichtig". Drei Wochen pro Monat verbringt sie von Montag bis Donnerstag in Wien. Freitags ist die ÖBB-Pendlerin immer in Zell am See. "Ich unterrichte am Gymnasium Wirtschaft und Recht. Ich möchte den für mich notwendigen Bezug zur Praxis nicht verlieren."

Und junge Leute möchte sie weiterhin motivieren: "Mein Anspruch ist: Bringt euch bewusst ein, gestaltet eure Zukunft mit. Seit laut und selbstbewusst, das ist wichtig für eine Demokratie." Noch etwas erfreut die Akademikerin - die Aufwertung der Fachberufe: "Der Meister wird nun mit dem Bachelor gleichgestellt."

Aufgerufen am 19.01.2020 um 05:17 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/notensystem-ist-ein-schritt-nach-vorne-42607387

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