Chronik

Notschlafstelle auf der Elisabethbühne startet

Die Caritas schafft in der Elisabethvorstadt ein neues Angebot für Wohnungs- und Obdachlose. 20 Frauen können auf der ehemaligen Elisabethbühne von November bis März nächtigen. Die Bühne soll auch wieder bespielt werden.

Caritas-Präsident Michael Landau, Salzburgs Caritas-Direktor Johannes Dines und Sozialarbeiter Torsten Bichler. SN/caritas
Caritas-Präsident Michael Landau, Salzburgs Caritas-Direktor Johannes Dines und Sozialarbeiter Torsten Bichler.

Die Betten stehen tatsächlich auf der ehemaligen Bühne. Die Caritas hat die Kellerräumlichkeiten neben der Elisabethkirche, die zuletzt nur als Lager genutzt waren, in den vergangenen Monaten renoviert. Ab 1. November wird der ehemalige Veranstaltungssaal als Notschlafstelle für Frauen genutzt. Damit will die Caritas ihr Angebot aus dem Haus Franziskus, wo es 86 Betten gibt, erweitern. Ein eigenes Angebot für Frauen sei wichtig, sagt Caritas-Bereichsleiter Torsten Bichler. "Frauen sind tendenziell von Notlagen stärker betroffen als Männer. Und viele Frauen im Haus Franziskus sagen uns, dass ihnen wohler ist, in einer reinen Frauen-Notschlafstelle nächtigen zu können."

Insgesamt bietet die Caritas im neuen "Haus Elisabeth" vier soziale Angebote. Im Publikumsbereich der Bühne wird eine Tagesstätte für 50 Personen betrieben. Hier soll es ein Mittagessen für Bedürftige geben, zudem sind Filmvorführungen und andere Angebote geplant. Die Tagesstätte soll auch Menschen anziehen, die nicht von Armut betroffen sind, sagt Caritas-Direktor Johannes Dines. "Wir möchten hier einen Treffpunkt etablieren. Das soll auch helfen, bei den bedürftigen Personen Scham abzubauen", sagt Dines.

Zudem übersiedelt die Sozial- und Wohnungsberatung vom Bahnhof in das "Haus Elisabeth". Hier wird die Caritas eine weitere Neuerung einführen: Die Beratungen sollen künftig auch telefonisch durchgeführt werden: Das soll jenen Personen zugute kommen, die Scheu davor haben, die Beratungen persönlich wahrzunehmen.

Das vierte Angebot wird das kulturelle Angebot in den Sommermonaten sein, wenn die Bühne nicht als Notschlafstelle genutzt wird. Am Kulturprogramm werde derzeit im Hintergrund gearbeitet, sagt Johannes Dines. Man wolle jedenfalls eine vielfältige Nutzung der Bühne sicherstellen.

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