Chronik

NS-Mahnmal in Leopoldskron wurde schwer beschädigt - Salzburger Stadtpolitik zeigte sich "entsetzt"

Unbekannte Täter haben das im Juni 2009 im Salzburger Stadtteil Leopoldskron-Moos errichtete Denkmal "Niemals vergessen" umgerissen und dabei schwer beschädigt.

Bürgermeister-Stellvertreter Bernhard Auinger und Stadträtin Anja Hagenauer (beide SPÖ) reagierten am Dienstag entsetzt auf die am Montag bekannt gewordene Beschädigung des Mahnmals: "Die Stadt Salzburg arbeitet schon sehr lange, intensiv und auf vielen Schienen gegen jede Form von Rassismus, Nationalismus, Hass und Ausgrenzung. Wer auch immer hier dieses Mahnmal an grauenhafte Kriegsverbrechen gegen Sinti und Roma beschädigt hat - ob Vandalen, Neonazis oder andere -, sollte nun dafür auch geradestehen müssen. Wir tolerieren keine Angriffe gegen unsere soziale Kultur eines wertschätzenden Miteinanders aller Menschen und unterstützen alle notwendigen Maßnahmen, diese Tat aufzudecken und das Mahnmal wieder aufzustellen. Wir stehen hinter #88gegenrechts und werden auch weiterhin alles dafür tun, dass Salzburg eine offene, menschliche und tolerante Stadt bleibt!"

Eine Anrainerin hatte am 29. Februar die mutwillige Zerstörung gemeldet. Die mehrere Hundert Kilogramm schwere Skulptur am Schwarzgrabenweg/Kreuzung Kräutlerweg unweit der Kendlersiedlung erinnert an die Roma und Sinti, die in der NS-Zeit im "Zigeunerlager" Maxglan zwangsinterniert waren.

Die Sachbeschädigung wurde inzwischen bei der Polizei angezeigt. Das Mahnmal hatte die "Radiofabrik - das Freie Radio in Salzburg" im Rahmen eines EU-Projekts errichten lassen. Alf Altendorf von der Radiofabrik im SN-Gespräch: "Das Mahnmal wurde zehn Jahre lang von Anrainern liebevoll gepflegt. Es ist erschütternd, dass so etwas passiert. Wir bemühen uns jetzt, das Mahnmal wieder möglichst schnell in den Originalzustand zu bringen." Die Radiofabrik engagiert sich seit vielen Jahren für die NS-Erinnerungskultur in Salzburg.

NS-Mahnmal wurde schwer beschädigtNS-Mahnmal wurde schwer beschädigt

Quelle: SN

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