Chronik

Oberalmerin lebt von der Graffiti-Kunst

Tamara Volgger, alias SOMA, ist Salzburgs erfolgreichste Graffiti-Künstlerin. In Oberalm hat die 32-Jährige ihr Atelier eingerichtet.

Es gibt sie, die Salzburger Graffiti-Szene. Ausschließlich davon zu leben, das schafft derzeit aber nur Tamara Volgger. In Oberalm, wo sie seit zehn Jahren wohnt, hat die gebürtige Zellerin kürzlich ihr eigenes Atelier eröffnet.

Als sie mit 14 zu sprayen begann, tat sie das mangels Alternativen noch illegal. Kaum volljährig, verschlug es sie mit 18 in die Stadt Salzburg. Dort gab es erstmals auch die Möglichkeit, legal auf einer eigens dafür zur Verfügung gestellten Wand - einer "Hall of Fame" - zu sprayen. Schnell kam so der Kontakt zu Akzente zustande. Für den Verein, aber auch für Schulen und ihren früheren Arbeitgeber Hilfswerk veranstaltet sie bis heute Workshops.

Nicht zuletzt diesem zweiten Standbein verdankt es die 32-Jährige, dass sie nun schon seit fünf Jahren als selbstständige Künstlerin auch wirtschaftlich erfolgreich ist. Überhaupt sei ein gewisses Maß an Flexibilität gefragt, um von dieser Art von Kunst leben zu können, betont Volgger: "Man muss sich dabei halt selbst treu bleiben." Politisch Partei ergreifen würde sie nicht. "Graffiti kommt ursprünglich aus der Hip-Hop-Kultur und hat eigentlich mehr mit Kunst und weniger mit Politik zu tun", betont Volgger. Mittlerweile habe sich "Urban Art", wie das Sprayen auch genannt wird, vom Hip-Hop losgelöst. Ästhetik, aber auch Gesellschaftskritik, sind immer mehr in den Vordergrund gerückt.

Aufträge von Privaten, Institutionen und Firmen

Ihre Aufträge erhält Volgger sowohl von Privatpersonen als auch von öffentlichen Institutionen und Unternehmen. Da kommt es schon einmal vor, dass sie auch einmal zu Acryl und Pinsel greift und von Comics über Realistisches bis hin zu Schriften alles probiert. "Den Künstlernamen zu sprayen, um bekannt zu werden, ist die ursprünglichste Graffiti-Form. Damit kann die Gesellschaft halt am wenigsten anfangen", sagt Volgger. Sie selbst ist in der Szene unter dem Namen Soma bekannt.

Zu ihren Auftraggebern zählen unter anderem der Magistrat Salzburg, für den sie den Kindergarten Alpenstraße gestaltet hat, der Verbund-Konzern, Sand & Kies oder die Firma Vamed, für die Volgger die künstlerische Gesamtgestaltung der Kinder-Rehaklinik Leuwaldhof in St. Veit im Pongau übernommen hat. Noch bis 17. Dezember ist Volgger im französischen La Chapelle tätig, wo sie im Rahmen eines Privatauftrags eine Garage mit geometrischen Figuren bemalt.

Dankbar ist Volgger neben ihren Auftraggebern auch dem Verein Kunsthilfe Salzburg, der sie immer wieder unterstützt hat. Aber auch wenn es einmal mit der Kunst nicht mehr so klappen sollte, steht Volgger nicht mit leeren Händen da. Ihr Ass im Ärmel ist ein Abschluss in Soziologie. Diplomarbeits-Thema: "Graffiti als Subkultur"

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