Chronik

Oberndorfer Familie spendet Baum für Salzburger Christkindlmarkt

Eröffnet wird der Salzburger Christkindlmarkt am Donnerstag, dem 22. November. Der Baum am Residenzplatz steht seit Dienstagnachmittag.

Michael Paschinger von der Salzburger Berufsfeuerwehr ist erleichtert. Die Fahrt des Spezialtransporters von Oberndorf bis zum Residenzplatz in der Stadt Salzburg ist problemlos verlaufen. Das ist nicht selbstverständlich, denn die engen Kurven in der Innenstadt können für einen 21 Meter langen Baum auf der Ladefläche eines Lkw gefährlich werden. "Einmal haben wir schon einen Wipfel abgebrochen", erinnert sich Michael Paschinger.

Doch am Dienstag ist alles gut gegangen. Schon der Baumschnitt am Vormittag verlief nach Plan. Mit einer Mischung aus Wehmut und Stolz haben sich Gertraud, Mariebelle, Rosa und Franz Zauner aus Oberndorf am Dienstagvormittag von ihrer 24 Meter hohen Fichte im Garten getrennt. Zum 200-jährigen Stille-Nacht-Museum sollte am traditionellen Salzburger Christkindlmarkt in der Stadt Salzburg ein Christbaum aus der Stille-Nacht-Gemeinde stehen. "Vor 44 Jahren habe ich sie hier eingesetzt, da war sie schon zweieinhalb Meter hoch", berichtet Senior Franz Zauner. Viele Kindheitserinnerungen verbindet Tochter Gertraud Zauner mit dem Baum. "Dass der Fichte jetzt eine so große Ehre zuteil wird, finde ich aber sehr schön", sagt sie.

Mit einem 120-Tonnen-Kran wurde die 5,3 Tonnen schwere Fichte erst angehoben, von ihren unteren Ästen befreit und mit der Motorsäge gefällt. Zehn Männer der Berufsfeuerwehr und des städtischen Gartenamts trimmten den Baum von 24 Metern auf 21 Meter Länge. Als zwei Kräne die Fichte dann verluden, wog sie "nur" mehr 4,4 Tonnen. Um den Baum während des Transports vor Beschädigungen zu schützen, wurde jeder Ast einzeln verschnürt und festgebunden.

Einen Baum aus der Stille-Nacht-Gemeinde Oberndorf zu finden war übrigens nicht ganz leicht. "Wir haben ja keinen Waldbestand, nur einen Park. Aber dort gab es keinen passenden Baum", schildert Bürgermeister Peter Schröder. Von seinem Amtssitz aus sehe er in den Garten der Familie Zauner - "und da ist mir die wunderschöne Fichte ins Auge gestochen". Auf seine Anfrage hin habe sich die Oberndorfer Familie gern bereit erklärt, den Baum zu spenden.

Seit Dienstagnachmittag steht er am Residenzplatz und wartet auf seine Illuminierung am 22. November um 18 Uhr. Als Ehrengast dabei sein wird Familie Zauner. "Unser Baum erlebt etwas, das die allermeisten anderen Bäume nicht erleben", sagt Franz Zauner. Geschmückt wird er unter anderem mit Baumschmuck, den Schüler der Sportmittelschule Oberndorf hergestellt haben.

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