Chronik

ÖBB ziehen Konsequenzen nach Zugunfall mit Kinderwagen

Nach dem folgenschweren Zwischenfall Anfang Oktober am Bahnhof Puch bei Hallein, wo der Sog eines Zuges einen Kinderwagen erfasst hatte und ein Kleinkind tödlich verletzt worden war, wollen die ÖBB aufrüsten.

Der tödliche Vorfall geschah in Puch bei Hallein SN/APA (FMT-Pictures)/FMT-PICTURES
Der tödliche Vorfall geschah in Puch bei Hallein

Mit neuen Durchsagen, Plakaten und Halteschlaufen für Kinderwagen soll die Sicherheit an den Bahnhöfen erhöht werden, berichtete der ÖBB-Sprecher Herbert Hofer.

"Wir haben den Vorfall zum Anlass genommen, das Reisen für unsere Gäste noch sicherer zu gestalten", sagte Hofer gegenüber den SN am Samstag.

Konkret gehe es um die Montage von Halteschleifen, wie sie etwa in S-Bahn-Garnituren für die Befestigung von Fahrrädern, Rollstühlen und Kinderwägen zum Einsatz kommen. Mit den Umbauarbeiten soll heuer noch begonnen werden. In Ausarbeitung befand sich vorerst noch die Adaptierung jener Durchsage, die durchfahrende Züge ankündigt. Künftig soll explizit auf die Gefährdung von Kinderwägen hingewiesen werden.

Eigenverantwortung der Reisenden trotzdem gefragt

"Konkret geht es in unserer Sicherheitskampagne nicht nur um die Reisenden am Bahnsteig, sondern um ein generelles Verständnis", so Hofer. Wie verhalte ich mich am Bahnsteig? Wie funktioniert die Systematik an Eisenbahnkreuzungen oder der Bahnstrom? Diese und andere Fragen würden schon im Rahmen von Schulveranstaltungen seitens Bahnmitarbeitern erläutert.

"Solche Vorfälle wie der in Puch oder in Linz 2015 zeigen uns, dass Reisende nicht mit derartigen Gefahren rechnen. Unsere Aufgabe liegt darin, immer wieder darauf hinzuweisen", sagt Hofer. Die Eigenverantwortung der Reisenden sei trotz alldem gefragt.

Über das verwendete Budget machte der ÖBB-Sprecher keine genauen Angaben.

Gespräche mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit

Mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit führen die ÖBB außerdem Gespräche über weitere Maßnahmen.

Bereits nach einem ähnlichen Unglück in Linz-Ebelsberg im April 2015, wo ebenfalls ein Buggy durch den Luftzug eines einfahrenden Zuges auf die Gleise gerissen wurde und ein Baby ums Leben kam, hatte man Warnungen vor dem Luftzug durchfahrender Züge plakatiert. Wartende werden zudem in Durchsagen aufgefordert, ausreichend Abstand zum Gleiskörper zu halten und bei Kinderwägen die Bremsen zu ziehen. Auch in einem Kino-Werbespot weise man auf diese Gefahr für Kinderwägen hin.

Quelle: APA

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