Chronik

Offenbar Betrug mit Leasingautos: 59-Jähriger in Salzburg vor Gericht

Ein Geschäftsmann ist am Donnerstag wegen des Vorwurfs des Betrugs mit Leasingautos in Salzburg vor Gericht gestanden. Der 59-Jährige hat im Pongau einen Verein zur angeblich günstigen Nutzung der Fahrzeuge betrieben. In 84 Fällen leisteten Mitglieder Vorauszahlungen zwischen 2100 und 25.000 Euro, standen dann in der Regel ohne Wagen da. Laut Anklage beträgt der Gesamtschaden rund 417.000 Euro.

 SN/APA/BARBARA GINDL

Der Prozess am Landesgericht Salzburg dauerte nur wenige Minuten. Ein Ersatzschöffe ist trotz ausgewiesener Ladung nicht erschienen. Die vorsitzende Richterin Gabriele Glatz vertagte die Verhandlung auf unbestimmte Zeit. Zuvor gab sie dem vermögenslosen und von Exekutionen betroffenen Angeklagten zu bedenken, dass ein Geständnis ein wesentlicher Milderungsgrund sei. Staatsanwältin Sabine Krünes warf dem bisher unbescholtenen Österreicher teils vollendeten, teils versuchten gewerbsmäßig schweren Betrug und Untreue vor. Er hat sich dazu bisher nicht geständig gezeigt. Im Falle eines Schuldspruches droht ihm eine Haftstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren.

Im Zentrum der Anklageschrift steht das vom Beschuldigten entwickelte "Low Drive Concept". Über den gewerblich geführten Verein sollten Autos geleast und dann zu verlockenden Konditionen an möglichst viele künftige Vereinsmitglieder weitervermietet werden. Der Geschäftsmann stieß auf zahlreiche Interessenten. Zwischen Februar und Oktober 2017 schloss der Verein mit zahlreichen Mitgliedern Nutzungsverträge für neue oder neuwertige Autos aller Marken ab und kassierte auch Mitgliedsbeiträge.

Bis zu 100 Zeugen könnten vernommen werden

Der gebürtige Vorarlberger soll den Vorwürfen zufolge mangels Finanzierungsplan und Grundkapital das Projekt von Beginn an nach der "Loch-auf-Loch-zu"-Methode betrieben haben. Die kassierten Gelder der Mitglieder seien vom Angeklagten für laufende Vereinskosten wie Gehälter und Provisionen sowie für Beteiligungen des Mannes an hochriskanten anderen Firmenprojekten ausgegeben worden. Bei einem Schadensbetrag von rund 5000 Euro ist es laut Anklage beim Versuch geblieben.

Ein Schriftsatz mit der Rechtfertigung des Angeklagten ist erst am Mittwoch bei Gericht eingelangt und am Donnerstag fünf Minuten vor der Verhandlung der Richterin vorgelegt worden. Falls der 59-Jährige weiterhin bei seiner Unschuldsbeteuerung bleibt, sollen in dem Prozess rund 100 Zeugen vernommen werden, darunter die Geschädigten, alle Vereinsmitglieder und allenfalls auch Vertreter von Banken.

Quelle: APA

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