Chronik

"Offener Himmel": Morgensport mit dem Salzburger Erzbischof

Vorbei die Zeiten, in denen sich Erzbischöfe durch die Stadt tragen ließen. Für den Offenen Himmel schnürte der Salzburger Oberhirte höchst selbst die Laufschuhe.

Franz Lackner ist 58 Jahre alt und seit mehr als eineinhalb Jahren Erzbischof von Salzburg. In seinen Übersiedelungskartons steckten auch Laufschuhe. Am Montagmorgen kamen sie zum ersten Mal seit dem Umzug aus Graz zum Einsatz. Anlass war der "Offene Himmel" - eine Aktionswoche, in der Kirche an ungewöhnlichen Plätzen zu finden ist. Laufend am Salzachufer zum Beispiel, drei Mal in dieser Woche. Wer den Start am Montag versäumt hat, kann immer noch am Mittwoch oder am Freitag mit Lackner joggen gehen - jeweils ab 7.30 Uhr vom Makartsteg, Hanuschplatz-seitig, weg. Lockerer Lauf mit dem Erzbischof - und dem Schweinehund Das Tempo am Montag war moderat, ein lockerer Lauf zwischen Pionier- und Mozartsteg. Tröstlich für nicht allzu passionierte Sportler: Auch ein Erzbischof hat mit einem inneren Schweinehund zu kämpfen. "Beim Sport ist das wie beim Beten. Wenn man es nicht regelmäßig tut, tut man's einfach nimmer. Da muss man schon aktiv bleiben", sagte Lackner nach seinen ersten fünf Kilometern, die er seit Langem wieder einmal zurückgelegt hat. Mit einem Lächeln erinnerte er sich, dass er Marathon gelaufen ist, in seiner Zeit als Weihbischof in Graz. "Da bin ich locker auf 40 Kilometer pro Woche gekommen", berichtet er.

Warum er in Salzburg noch nicht regelmäßig läuft? Einerseits besagter Schweinehund. Andererseits die Zeit. "Ich bin hier immer noch nicht ganz im Rhythmus", erklärt er. Ein normaler Tag beginnt um sechs Uhr früh: Aufstehen, Morgengebet, Brevierbeten, Messe, Frühstück, erste Termine. Zum Verschnaufen kommt Franz Lackner erst zu Mittag; da hat er oft zwei Stunden Zeit für sich. Danach wieder Termine. "Schlafen gehe ich spät, meist erst nach elf Uhr am Abend."

Auf den Fünf-Kilometer-Lauf hat der Salzburger Oberhirte sich nicht extra vorbereitet. "Da weiß man gar nicht mehr, wie lang so eine kurze Strecke sein kann", gab er zu Bedenken, bevor er sich den Schweiß von der Stirn tupfte und im Innenhof vor der St.-Blasius-Kirche das verdiente Läufer-Frühstück genoss.

Als sportliche Wegbegleiter waren unter anderen auch Georg Mayr-Melnhof, Christian Stöckl und Christoph Ferch dabei.

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