Chronik

Ohne Lenkrad in der Hand will sie nicht leben

Taxifahren ist ihre Leidenschaft und fahren will sie so lange wie nur irgend möglich und sie das "Lenkrad halten kann". Insgesamt sind in Salzburg nur zehn Prozent Taxifahrerinnen unterwegs - doch der Bedarf steigt ständig.

Seit mehr als 38 Jahren ist Renate Klinger in der Taxibranche, und nach wie vor. SN/sw/Ricky Knoll
Seit mehr als 38 Jahren ist Renate Klinger in der Taxibranche, und nach wie vor.
Seit mehr als 38 Jahren ist Renate Klinger in der Taxibranche, und nach wie vor. SN/sw/Ricky Knoll
Seit mehr als 38 Jahren ist Renate Klinger in der Taxibranche, und nach wie vor.


Auf den Mund gefallen ist Renate Klinger (70) nicht, und ein "X" für ein "U" macht ihr auch so rasch keiner vor. Menschliches - von Körperausdünstungen bis zu alkoholisierten Fahrgästen - ist ihr ebenso kaum fremd. "Ich habe immer eine Wickelunterlage als Sitzschutz mit, für alle Fälle."

Zwei Mal wurde sie in ihrer Laufbahn attackiert, einmal konnte sie sich selbst wehren. Der zweite Angriff von ein paar randalierenden Jugendlichen brachte sie mit Knochenmarksödem ins Krankenhaus. "Trotzdem, Angst hatte ich noch nie, ich fahre am Tag oder in der Nacht, wann ich halt gebraucht werde", schildert sie. Einzig zwischen ein und fünf Uhr früh hat sie die Fahrten mittlerweile eingestellt. Was sie sich nicht nehmen lässt, ist die Silvesternacht. "Da fahre ich immer, die ganze Nacht lang, und das ist die beste Nacht des ganzen Jahres", gibt sie zu.

Wachsende Konkurrenz

Renate Klinger hat 1980 in der Funktaxi-Zentrale 8111 begonnen. Nach zwei Jahren und der absolvierten Taxilenkerprüfung ist sie fix als Chauffeurin eingestiegen. "Zehn Jahre lang war ich selbstständige Taxi-Unternehmerin, und jetzt helfe ich wieder aus, seit ich in Pension bin."

Die Zeiten haben sich geändert in ihrer 38-jährigen Karriere. "Früher gab es viel mehr Zusammenhalt und auch Zusammenhelfen unter den Lenkern, heute sind sehr viele Nichtfunker unterwegs, und die Konkurrenz wächst ständig", gesteht sie.

Immer weniger Frauen

Aber sie hat sehr viele Stammkunden, die sie gezielt verlangen, u.a. auch, weil sie eine Frau ist. "Die Frauen werden immer weniger in der Branche, dabei bräuchten wir viel mehr. Die Nachfrage ist enorm, vor allem ältere Damen oder wenn jemand ein Kind per Taxi wo hinschickt. Ich denke, es geht heutzutage sehr viel Angst um." Herren, die gezielt eine Dame bestellen, hat sie nicht so gerne. "Man weiß ja nie."

Ihren berühmtesten Fahrgast hat sie 17 Jahre lang betreut und war seine Privatchauffeurin: Edward Heath, der ehemalige britische Premierminister. "Ein wahrer Sir", sagt sie.

Aufgerufen am 23.04.2018 um 05:19 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/ohne-lenkrad-in-der-hand-will-sie-nicht-leben-26790292

Salzburgs Freiheitlich wollen mitregieren

Salzburgs Freiheitlich wollen mitregieren

Freiheitliche verloren Match um Platz zwei knapp. Bis zuletzt hofften die Freiheitlichen, dass sich doch noch der Platz zwei ausgehen würde. Trotz Verlusten der SPÖ hielt sich die Partei von Walter Steidl auf …

Die Neos erreichen im ersten Anlauf die Klubstärke

Die Neos erreichen im ersten Anlauf die Klubstärke

Sepp Schellhorn steht nach dem österreichweit besten Landtagswahl-Ergebnis für eine mögliche Dreierkoalition bereit. Hoch über den Dächern der Salzburger Altstadt verfolgten die Neos im M32 auf dem Mönchsberg …

Ein Bischof für Krieg und Frieden

Österreichs Militärbischof Werner Freistetter kennt das Bundesheer von klein auf. Der Kirchenmann kann Einsätze und Kampf moralisch vertreten - unter gewissen Bedingungen. "Es gab keinen Fernseher, aber es …

Meistgelesen

    Video

    Landtagswahl 2018: Reaktionen der Parteien auf erste Hochrechnungen
    Play

    Landtagswahl 2018: Reaktionen der Parteien auf erste Hochrechnungen

    Während Landeshauptmann Wilfried Haslauer mit Dankbarkeit auf die ersten Hochrechnungen der Salzburger Landtagswahl, bei der die ÖVP klar …

    Das sagten die Spitzenkandidaten im SN-Wahlstudio zum Wahlausgang
    Play

    Das sagten die Spitzenkandidaten im SN-Wahlstudio zum Wahlausgang

    Grüner Absturz: Astrid Rössler steht kurz vor dem Rücktritt
    Play

    Grüner Absturz: Astrid Rössler steht kurz vor dem Rücktritt

    Schlagzeilen