Chronik

Omikron-Fälle nehmen zu: Testsystem im Pongau ausgelastet

St. Johann und Flachau sind besonders betroffen. Patienten aus dem Pongau werden für behördliche Tests in andere Bezirke geschickt.

 SN/APA (dpa)/Sebastian Gollnow

Die Zahl der Coronainfektionen steigt in Salzburg weiter stark an. 513 neue Fälle registrierten die Gesundheitsbehörden am Dienstag. Ein Großteil der Infektionen ist mittlerweile auf die neue Omikron-Variante zurückzuführen: Bisher wurden in Salzburg 1246 Omikron-Fälle bestätigt, bei den Neuinfektionen mache die Variante mittlerweile mehr als 60 Prozent aus, sagt Landesstatistiker Gernot Filipp. Der Schwerpunkt der Omikron-Welle liege derzeit im Pongau, "schön langsam geht es auch im Tennengau los", sagt Filipp.

Arzt rät: "Belegschaften in Teams aufteilen"

Der praktische Arzt Stefan Zerza, der in St. Johann eine Teststraße betreibt, merkt die Ausbreitung der neuen Variante derzeit sehr deutlich. "Ich sehe eine explosionsartige Zunahme an positiven Fällen. Wenn Patienten mit Grippesymptomen zu mir kommen, sind sie zu 50 Prozent positiv." Er sehe auch, dass es geimpften Personen meist nach zwei bis drei Tagen wieder gut gehe. Deshalb sieht er es als notwendig, die Quarantänezeit für Geimpfte zu verkürzen. "Sonst bekommen wir bald Probleme in der Industrie und den Krankenhäusern." Betrieben empfiehlt er, die Belegschaften in zwei Teams aufzuteilen, damit sie nicht durch Virusausbrüche lahmgelegt werden.

St. Johann hatte am Dienstagnachmittag 170 aktive Coronafälle, der zweithöchste Wert im Pongau nach Flachau (194). Ob es auch in St. Johann in Skilehrerquartieren Cluster gebe, könne er nicht sagen, sagt Bürgermeister Günther Mitterer (ÖVP). Die hohe Zahl an Infektionen sei aber jedenfalls erwartet worden.

Aufruf im Lungau: Infizierte im "Almkessel"

Probleme im Wintertourismus gibt es auch noch im Lungau: Dort starteten die Behörden am Dienstag einen Aufruf für alle Personen, die zwischen dem 31. Dezember und dem 2. Jänner den "Almkessel" am Katschberg besucht hatten: Bisher seien 15 Infektionen auf einen Besuch des Lokals zurückzuführen.

Auch wenn derzeit viele Tests im Pongau positiv ausfallen, habe man genügend Kapazitäten für behördliche Tests, heißt es vonseiten des Roten Kreuzes. Am Montag wurden 1600 behördliche Tests in Salzburg durchgeführt, möglich seien mehr als 5000. Dennoch werden offenbar Verdachtsfälle aus dem Pongau in andere Bezirke geschickt. Das berichtet die Bischofshofnerin Karolina Altmann-Kogler. Einem Familienmitglied wurde nach einem positiven Schnelltest für den behördlichen Test ein Termin in Hallein zugewiesen.

Der Bischofshofner Bürgermeister Hansjörg Obinger (SPÖ) sagt, er kenne mittlerweile mehrere Fälle, die aus Kapazitätsgründen für die behördlichen Tests nach Hallein geschickt wurden. Vom Roten Kreuz gab es dafür keine Bestätigung.

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