Chronik

Papamobil machte in Salzburg Station

Ein einziges Auto war je auf Papst Johannes Paul II. zugelassen. Derzeit ist es auf dem Weg ins 1000 Kilometer entfernte Rom. Dort wird am Sonntag sein früherer Besitzer heilig gesprochen.



Die Karosserie ist von Rost zerfressen, doch das Auto der Marke Warszawa spult Kilometer um Kilometer herunter - auf dem Weg nach Rom. Ohne Pannen. Marek Schramm (45) aus dem deutschen Ilmenau hat den Wagen vor zwei Jahren im Internet-Auktionshaus ebay erworben. Von 1958 bis 1977 prominenter Besitzer: Karol Wojtyla, zuerst Erzbischof von Krakau, danach Papst Johannes Paul II.

"Ganz geschenkt war das Auto nicht", sagt Schramm. Er hat den Oldtimer von der Chauffeursfamilie des Heiligen Vaters gekauft - inklusive Original-Nummernschild und vollständigen Papieren. 2800 Stunden Arbeit hat er in die Restaurierung des Gefährts gesteckt. "In den Sitzen haben schon die Mäuse genistet und auch im Dach." Schramm war wichtig, alles im Originalzustand zu belassen. Nur die Uhr im Auto hat er angehalten. Die Zeiger stehen seither auf 21.37 Uhr - dem Todeszeitpunkt des Papstes. Heiligsprechung am Sonntag Derzeit ist er mit dem 52 PS starken Wagen, Baujahr 1958, auf dem Weg in den Vatikan. Dort wird Papst Johannes Paul II. am Sonntag heilig gesprochen - gemeinsam mit Johannes XXIII., seinem Vorgänger von 1958 bis 1963. Ein Umweg hat Schramm über Polen geführt."Ich habe einen anderen Bezug zur Wende in der DDR. Ich saß zehn Jahre im Staatssicherheitsgefängnis. Daher war es mir ein Anliegen, die Reise über die Berliner Mauer zu beginnen", sagt er. Auf seinem Weg hat der Deutsche mehrere Wirkungsstätten des Papstes besucht. Ein Höhepunkt: Der Empfang bei Friedensnobelpreisträger Lech Walesa.

Über Wojtyla weiß der nunmehrige Besitzer dessen Autos zu berichten, dass der Kirchenmann selbst keinen Führerschein besessen und stets rechts hinten im Warszawa Platz genommen hat. Dort hat er beinahe ständig gearbeitet.Pünktlich zur Heiligsprechung der beiden Päpste am Sonntag um 10.00 Uhr will Schramm in Rom sein. Wo das Auto währenddessen parkt, weiß er allerdings noch nicht. Feier wird auch in Salzburg verfolgt Die Feier am Petersplatz wird auch in Salzburg verfolgt: "Ganz bescheiden" wird im Missionshaus Maria Sorg bei Bergheim gefeiert. "Die Heiligsprechung sehen wir uns natürlich im Fernsehen an", sagt Schwester Mietka, selbst gebürtige Polin. Sie leitet das Kloster. Papst Johannes Paul II. hat sie mehrmals getroffen. Für den Tag der Heiligsprechung überlegt sie, mit jüngeren Schwestern nach Seekirchen zu fahren. Dort feiert der Salzburger Erzbischof Franz Lackner in der Stiftskirche um 18.15 Uhr Gottesdienst, organisiert von der Katholischen Jugend (KJ) und der Loretto-Gemeinschaft.

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