Chronik

Paracelsusbad: 13.000 Schrauben halten hier 550 Tonnen Stahl zusammen

35 Meter lange Stahlträger sind das Rückgrat des künftigen Paracelsusbades. Sie überspannen die Badelandschaft und tragen die Sauna.

Das neue Paracelsusbad nimmt immer mehr Form an: Bis Ende September entsteht über dem dritten Obergeschoß eine gigantische Stahlkonstruktion. Sie wird künftig die neue Badelandschaft überspannen und die darüber liegende Sauna sowie Gastronomie tragen. Für die Badegäste bedeutet das, dass sie in den Genuss einer stützenfreien Badelandschaft kommen und damit einen Rundum-Panoramablick genießen.

Für die Überspannung werden 550 Tonnen Stahl und 13.000 Schrauben in zwölf Metern Höhe verbaut, informierte Alexander Schrank, Baudirektor und Geschäftsführer der stadteigenen Immobiliengesellschaft SIG, bei einem Lokalaugenschein am Dienstag. Und weil 550 Tonnen Stahl für die meisten eine wenig aussagekräftige Größenordnung sind, erklärt Schrank: "Das entspricht gewichtsmäßig der fertigen neuen Eichstraßenbrücke in Gnigl mit 70 Metern Spannweite - inklusive Asphaltbelag."

Dann geht es für Medienvertreter zum Fotografieren und Filmen im am Baukran befestigten Korb 40 Meter in die Höhe. Der Korb schwankt etwas und dreht sich langsam um die eigene Achse. "Alles gut? Sie sind eh schwindelfrei?", erkundigt sich Alexander Schrank. Sein Blick schweift über die Baustelle. "Hier haben Sie einen Spitzenblick auf die Konstruktion, da sieht man, was das für gewaltige Dimensionen sind."

Der spektakuläre Stahlbau wird vom burgenländischen Stahlbauspezialisten Unger errichtet. Das Unternehmen war schon für den Stahlbau beim Europark und der Neuen Mitte Lehen verantwortlich. "Es gibt nur wenige Firmen, die ein Unterfangen dieser Größenordnung abwickeln können", sagt Schrank.

Die besondere Herausforderung liegt nicht nur in der Statik, sondern auch in der Logistik: Bietet die Großbaustelle doch so gut wie keinen Lagerplatz. Außerdem musste schon bei der Planung der Stahlträger berücksichtigt werden, dass ihr Gewicht die Kapazität der drei Hochkräne nicht übersteigen darf. Denn auch für einen schweren Mobilkran bieten die engen Verhältnisse keinen Platz.

Sechs Wochen wird die Montage der Hauptträger aus Stahl in Anspruch nehmen. Dann erfolgt die Errichtung der Sekundärkonstruktion. "Die Arbeiten sind gut durchgetaktet und wir liegen im Zeit- und Kostenplan", versichert Vizebürgermeister Bernhard Auinger. Dass der Kostenplan von 57 Millionen Euro hält, wird einiges an Anstrengung kosten. "Die Auftragsbücher der Firmen sind voll, wir bekommen kaum Angebote und sind mit Baukostensteigerungen von 30 bis 35 Prozent konfrontiert", verrät Auinger. Dennoch sei er "guter Dinge, dass wir das schaffen werden".

Daten & Fakten
Badbau ist aktuell Salzburgs größtes Bauprojekt


Rund 57 Millionen Euro wird der Neubau des Paracelsusbades kosten. Die Finanzierung erfolgt aus zweckgebundenen Rücklagen der Stadt. Für das Projekt werden rund 10.000 Kubikmeter Beton, 1350 Tonnen Betonstahl und 490 Tonnen Baustahl eingesetzt. Der Neubau umfasst rund 44.100 Kubikmeter Raum.


In dem Neubau untergebracht wird auch der Kurbetrieb: Er wird im dreigeschoßigen Sockelbereich Platz finden. Darüber befindet sich die Bade-Ebene. Von dort aus wird man dank raumhoher Glasfenster einen Ausblick auf Kurgarten und das Stadtpanorama haben. Darüber ist Platz für Gastronomie und Sauna mit Terrassen und Außenpool.


Eröffnet werden soll das neue Bad im zweiten Halbjahr 2019. Nach Fertigstellung wird das derzeit noch in Betrieb stehende alte Kurhaus abgebrochen.

Erwachsene werden sieben Euro für ein Vier-Stunden-Ticket bezahlen, Kinder fünf Euro, Familien 19 Euro. Ein Tagesticket (Bad und Sauna) soll 21 Euro kosten.

Aufgerufen am 19.11.2018 um 04:18 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/paracelsusbad-13-000-schrauben-halten-hier-550-tonnen-stahl-zusammen-29114635

Kommentare

Schlagzeilen